Bayerischer Rundfunk lancierte Hetzkampagne gegen UPF, Kuby war eingeladen

Medienhype um Konferenz über Familienwerte

FOREF berichtet

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München, 09.11.2015 (FOREF) – Am Donnerstag, den 5. November 2015, einen Tag vor Beginn einer dreitägigen Tagung, die von der Universal Peace Federation (UPF) organisiert wurde, startete der Bayerische Rundfunk (BR) eine mediale Hetzkampagne gegen die Veranstalter. Der Titel der UPF-Konferenz, die im katholischen Seminarhaus Schloss Fürstenried tagte, lautete „Verwirrung im westlichen Wertesystem und die Bedeutung der Familie für die Gesellschaft“. Das Programm gab den Rednern und Teilnehmern die Gelegenheit, über den Stand der Familienwerte in der heutigen Zeit zu diskutieren. Aufgrund mehrfacher Hinweise liegt es nahe, dass die Kampagne des BR Teil eines breit angelegten, systematischen Feldzugs gegen Vertreter von christlich-konservativen Familienwerten (allen voran Frau Gabriele Kuby, siehe Hintergründe unten) war. Im Folgenden werden einige Details zum medialen Aufschrei des letzten Wochenendes erläutert.

Die Universal Peace Federation (UPF) ist eine internationale NGO, die ihren Schwerpunkt auf interkulturellen Dialog und Zusammenarbeit legt. Sie ist mit einem Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der UNO akkreditiert. Die UPF wurde vom koreanischen Visionär Rev. Sun Myung Moon im Dezember 2005 in New York gegründet, arbeitet aber eigenständig und unabhängig von der ebenfalls von Rev. Moon gegründeten Familienföderation (ehemals Vereinigungskirche). Religiöse Konfession ist absolut keine Voraussetzung, um sich für die Friedensarbeit von UPF zu engagieren oder mit ihr zu kooperieren.[1]

Abgesehen davon, dass die organisatorische oder inhaltliche Gleichsetzung von UPF mit der Familienföderation sachlich nicht gerechtfertigt ist, hat der BR seinen Auftrag als öffentlich-rechtlicher Rundfunk wahrzunehmen. Das bedeutet, dass er sich von einer diskriminierenden Terminologie gegenüber religiösen Minderheiten oder weltanschaulichen Bewegungen zu distanzieren hat.[2] Mit dieser Kampagne verletzte er nicht nur die staatliche Neutralität, sondern auch die Verpflichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu journalistischer Sorgfalt, Objektivität und Ausgewogenheit.[3]

Timeline des Medienhypes

Donnerstag, 05.11.2015

  • ~9:00 Uhr: Der erste Online-Artikel vom Autor Andreas Halbig wird vom BR veröffentlicht. Titel: „Peinliche Panne beim Erzbistum – Kirche vermietet Schloss an Moon-Sekte“.
  • 13:00 Uhr: Robert Bentele, UPF-Leiter in Bayern, wird von Halbig kontaktiert, ein 10-minütiges Interview wird um 15:00 Uhr geführt.
  • 17:00 Uhr: Die Kommentarfunktion zum Online-Artikel wird nach 15 empörten Beiträgen gesperrt.
  • 17:50 Uhr: TV-Beitrag über die „peinliche Panne“ in der Abendschau (Redaktion: Matthias Keller-May). Dem evangelischen „Sektenexperten“ Matthias Pöhlmann wird ausgiebig Sendezeit gegeben, während Robert Bentele als Vertreter von UPF lediglich drei Sätze erlaubt werden. Pöhlmann [4] behauptet die Moon-Bewegung sei „konfliktträchtig“ und würde zum „Verlust von Eigenverantwortlichkeit und Freiheit“ führen.
  • Weitere Mediendienste Focus Online, SAT 1, ARD Mediathek, Mittelbayerische, Merkur, SZ, Allgemeine, Die Welt und TZ veröffentlichen den BR-Artikel.
  • Am selben Tag kontaktiert Peter Schmidt (Journalist beim Münchener Merkur) die eingeladenen Redner und informiert sie über den BR-Beitrag. Er warnte sie ausdrücklich vor einer Teilnahme an der UPF-Konferenz. Manche Redner befürchteten eine Rufschädigung durch Medienberichte, falls sie auf der Tagung sprechen würden. Drei Redner kündigen daraufhin ihre bereits zugesagte Teilnahme.

Freitag, 06.11.2015

  • Ab 8:00 Uhr: Die Kommentarfunktion zum BR-Artikel wurde wieder aktiviert.
  • Der stigmatisierende BR-Artikel wird in Kath-Net, Abendzeitung München, der Bild-Zeitung und dem Burgerbe-Blog online veröffentlicht.
  • Ein zweiter Artikel unter dem Titel „Tagung auf Schloss Fürstenried – Referenten distanzieren sich von Moon-Sekte“ wird auf der Website des BR veröffentlicht.
  • Ab 12:00 Uhr: Die Kommentarfunktion zum ersten BR-Beitrag wird zum zweiten Mal ohne Begründung deaktiviert, nachdem weitgehend sachlich fundierte, kritische Meinungen gepostet wurden.

Samstag, 07.11.2015

  • Ab 8:00 Uhr: Schmidt veröffentlicht einen Folgeartikel im Merkur. Titel: „Schloss Fürstenried: Die Sekte war schon öfter hier“. Er belustigt sich über einzelne Redner, die ihre Teilnahme annulierten.
  • Ab 15:00 Uhr: Die Kommentarfunktion zum zweiten BR-Artikel wird deaktiviert.
  • Beide BR-Artikel werden am Ende des Tages von den Lesern mit 1 ½ von 5 Sternen bewertet.

Hintergrund der Kampagne im Kontext

Vorgeschichte: Konservative Christen werden seit geraumer Zeit vom BR im „rechten Dunstkreis“ verortet und systematisch diffamiert. Dieser Tendenzjournalismus, der ein neues Feindbild konstruiert, wird trotz mehrfacher Beschwerden fortgesetzt. Persönlichkeiten wie Jürgen Liminski, Gabriele Kuby, Hedwig von Beverfoerde, Hartmut Steeb und andere, die sich für christliche Werte, Ehe und Familie einsetzen und sich kritisch zu Abtreibung und Gender-Mainstreaming äußern, werden als „fundamentalistisch“, ultra-konservativ“, „nicht auf dem Boden der demokratischen Grundordnung“, „rechts“, „rechter Rand“, usw. diffamiert. Im chronologischen Verlauf:

  • 06.2015 – Offener Brief auf CitizenGo: Beschwerde gegen erneuten Tendenzjournalismus beim Bayerischen Rundfunk von der Bürgerinitiative „Faire Medien“ / Kath.net: Wawatschek erneut mit manipulativem Beitrag im BR.
  • 06.2015 – Kath.net: Öffentlich-rechtlicher Sender brachte Beitrag von Veronika Wawatschek, „Angstmacher vom rechten Rand der Kirche – Eine Gefahr für die Demokratie?“ – grobe Unwahrheiten und Anschuldigungen beim BR.
  • 07.2015 – Conservo (Blog): Endlich Rüge des BR-Rundfunkrates: „handwerklich mangelhaft“.
  • 10.2015 – Kath.net: Medienexperten kritisieren den Bayerischen Rundfunk – Tendenz-journalismus gegen konservative Christen blieb ungerügt.
  • 10.2015 – Faire Medien: Podiumsgespräch „Qualitätskontrolle beim Bayerischen Rundfunk“ (anlässlich der extremen Diffamierung von Gabriele Kuby).

 

Fazit: Die Publizistin und Soziologin Gabriele Kuby, die zur UPF-Konferenz als Rednerin eingeladen war und aufgrund des Medienaufschreis ihre Teilnahme absagte, ist dem BR seit Längerem ein Dorn im Auge. Die zur Diskreditierung und Verunsicherung bewährte „Sektenkeule“ aus den 1970er und 80er Jahren wurde nun von Andreas Halbig (BR) ausgepackt, um die Veranstaltung von vornerein zu boykottieren. So entstand ein kleiner Medienhype um Schloss Fürstenried, da unter unaufgeklärten Schichten der deutschen Bevölkerung noch immer eine irrationale Angst vor „Sekten“ herrscht. Zusätzlich wurden die eingeladenen Redner vom Journalisten Peter Schmidt bedrängt, ihre Teilnahme zu widerrufen.

Trotz des künstlichen Aufschreis um die UPF-Konferenz im Vorfeld war kein einziger Journalist am Wochenende vor Ort, um über die Inhalte der Diskussion zu berichten. Die Tatsache, dass eine nicht-kirchliche internationale NGO, die für Familienwerte steht, in einem katholischen Seminarhaus tagt, wurde somit zu einem Pseudo-Skandal aufgeschaukelt. Die hintergründige Agenda der Mainstream-Medien lautet jedoch: Familienwerte sind politisch unkorrekt. Punkt.


[1] Prof. Marco Frenschkowski, Professor für Moderne Protestantische Theologie und Religionswissenschaft an der Universität Leipzig, bezeichnet die UPF als „Global Player“ im interreligiösen Dialog.

[2] Vgl. Rundfunkstaatsvertrag (RStV) § 3. Siehe auch die Richtlinien des BR, Art. 2.

[3] Vgl. RStV § 10 und § 11.

[4] Pöhlmann, der seit 2014 „Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen“ der ev.-luther. Kirche in Bayern ist, nennt Esoterik, Okkultismus, Spiritismus, Satanismus als seine Arbeitsschwerpunkte. Die UPF fällt damit eindeutig aus seinem Fachbereich heraus.


 

Literatur von Gabriele Kuby (Auswahl):

  • Die Gender–Revolution – Relativismus in Aktion. Kißlegg 2006.
  • Verstaatlichung der Erziehung – Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen. Kißlegg 2007.
  • Only You – Gib der Liebe eine Chance. Kißlegg 2009.
  • Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit. Kißlegg 2012.
  • GENDER – Eine neue Ideologie zerstört die Familie. Kißlegg 2014.

 

 

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