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Religious Intolerance and
Discrimination in selected European Countries
Part I
Die Aufsätze handeln von den
Rahmenbedingungen und Gründen für religiöse Intoleranz und Diskriminierung am
Beispiel ausgewählter Länder in Europa. Anhand konkreter Fallbeispiele werden
ferner die Maßnahmen von Anti-Kultgruppen und ihrer Unterstützer auf Seiten der
Regierungen wie der etablierten Kirchen beschrieben. Darüber hinaus wird über
die Gefährdungen für die Religionsfreiheit nachgedacht, die sich einerseits aus
der Anti-Sektenbewegung, andererseits aber auch aus der "Wiederkehr des
Religiösen" im "post-säkularen Zeitalter" ergeben können.
Reihe: Religion
- Staat - Gesellschaft. Zeitschrift für Glaubensformen und
Weltanschauungen/
Journal for the Study of Beliefs and Worldviews
2011, 192 S., 29.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-99906-1, ISSN 1438-955X
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Buch online kaufen: http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-99906-1
Rezension
BESIER, Gerhard und SEIWERT, Hubert (Hrsg.): Religiöse Intoleranz und Diskriminierung in ausgewählten Ländern Europas – Teil 1: LIT Verlag 2011.
Den AutorInnen des Buches ist es gelungen die Aktualität und Problematik von religiöser Intoleranz und Diskriminierung im europäischen Kontext aufzuzeigen. Der Sammelband verknüpft rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftspolitische Tatsachen. Das Ergebnis ist eine sachliche Analyse – fern von polemischer Schwarz-Weiß-Malerei – welche die Thematik einem breiten Publikum zugänglich macht und mehrere Disziplinen vereint.
Einleitend erläutert
Christian Brünner auf beeindruckende Weise, dass Religion wie auch Negation von
Religion stets mit Staat und Gesellschaft verwoben sind. Sein Plädoyer für das
Recht auf freie Wahl der Religion bzw. Weltanschauung berücksichtigt die ganze Vielfalt
religiöser Vorstellungen ohne jedoch atheistische Konzepte außer Acht zu
lassen. In Bezug auf die Werte- und Leitkulturdebatte in Europa meint der
Rechtswissenschaftler, dass Europa primär eine rechtliche Gemeinschaft sein
sollte, die kleine Gemeinschaften schützten muss aber selbst davon Abstand
nehmen sollte eine Wertegemeinschaft zu sein.
Gerhard Besier wirft im
Anschluss einen Blick auf den Status und die Rolle von Religion in Staat und
Gesellschaft.
Der Theologe und Historiker beleuchtet Maßnahmen von
Anti-Kultgruppen und identifiziert ihre Unterstützer auf Seiten der Regierungen
wie der etablierten Kirchen.
Der Beitrag Religionsrecht
und Religionspolitik der EU von Hermann Weber
eröffnet dem/der LeserIn den
Blick auf die rechtlichen Regulationen und Normierung der Europäischen Union
betreffend religiöser Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten.
Der
englischsprachige Artikel Religious
Intolerance and Discrimination
von David Kirkham betrachtet religiöse
Diskriminierung im Islam und Christentum aus historischer Perspektive. Er
folgert daraus, dass Maßnahmen im Bereich der politischen Kultur notwendig sind
um Diskriminierung im 21. Jahrhundert beseitigen zu können.
Yvonne Schmidt erläutert
im Folgenden auf welche Weise die OSCE und der Europarat im Dienste der
Religionsfreiheit stehen.
Durch Fallbeispiele in der bisherigen Gesetzgebung
wird der Ansatz, Einfluss und die Durchsetzungskraft dieser Institutionen
eindrücklich erklärt. Eine andere Institution, nämlich die des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte, wird von Reinhard Kohlhofer beleuchtet. In
seinem Artikel Religionsfreiheit in der Judikatur des EGMR beschreibt Kohlhofer
die erfolgreiche Geschichte des Gerichtshofs.
Fabienne Aubry beschreibt
in ihrem Artikel
The anti-sect movement
in Europe das Konzept der Laizität in Frankreich und setzt es in Beziehung
zu der tatsächlichen Situation kleiner Religionsgemeinschaften bzw. sogenannten
„Sekten“. Schließlich fragen Ulrich Riegel und Hans Georg Ziebertz ob durch Anti-Sektenbewegungen oder
einer „Wiederkehr des Religiösen“ eine Gefährdungen für die Religionsfreiheit
besteht. Ein philosophischer Blick auf ein „post-säkulares Zeitalter.
Der Sammelband besticht
durch seinen interdisziplinären Ansatz. Rechtswissenschaftliche,
sozialwissenschaftliche und philosophische Konzepte ergänzen einander und geben
dadurch eine eindrückliche Einführung in die Thematik. Das Buch Religiöse
Intoleranz und Diskriminierung in ausgewählten Ländern Europas (Teil 1) ist all
jenen Menschen zu empfehlen, die das ganze Spektrum und nicht nur die
Extrempositionen des gegenwärtigen religiösen Diskurses erfahren wollen.
Menschen, die nach einer allgemein gültigen Religionsfreiheit streben – eine
die „kleine“ und „große“ religiöse sowie „nicht-religiöse“ Gemeinschaften
gleichermaßen behandelt und rechtlich schützt. Auch jene die einen sachlichen
Diskurs - der berücksichtigt, dass Identität erst in einem Interaktionsprozess
auf mehreren Ebenen (nicht nur auf der Ebene des religiösen Glaubens) entsteht
und immer wieder neu ausgehandelt wird – der Polemik vorziehen, werden sich
durch den Sammelband bestätigt fühlen. Der zweite Teil der Reihe wird sich dann
mit den einzelnen Länderberichten zum Thema befassen – vielversprechend!
Detailinformationen zum Buch:
Erschienen in der Zeitschrift „Religion – Staat – Gesellschaft. Zeitschrift für Glaubensformen und Weltanschauungen / Journal for the Study of Beliefs and Worldview.” Herausgeber: Gerhard Besier (Dresden) und Hubert Seiwert (Leipzig) in Verbindung mit James A. Beckford (Warwick, UK), James T. Richardson (Reno, USA), Richard Singelenberg (Utrecht), Bassam Tibi (Göttingen/Harvard) und anderen Kollegen aus dem In- und Ausland. Erscheinungsort: LIT Verlag, Berlin-Münster, Broschiert 284 Seiten. Sprache: Deutsch, Englisch. ISSN 1438-955X, ISBN:978-3-643-99906-1
Im Sommer 2010 fand an der Uni-Graz die Konferenz: "Religiöse Intoleranz und Diskriminierung in
ausgewählten Ländern Europas" statt. Die Beiträge im Buch stammen aus den Referaten des Grazer Symposiums.
Mit der komplexen Thematik der religiös-weltanschaulichen Diskriminierung befasste sich am 27. und 28. Mai 2010 eine internationale Konferenz mit Wissenschaftlern aus ganz Europa im Meerscheinschloss der Universität Graz. Initiator und Hauptveranstalter war der Grazer Prof. Christian Brünner von der Rechtswiss. Fakultät in Verbindung mit FOREF Europe (Forum für Religionsfreiheit), weitere Veranstalter waren Prof. Gerhard Besier von der Philos. Fakultät der TU Dresden, Willi Fautré von "Human Rights Without Frontiers", Brüssel und Rechtsanwalt Dr. Reinhard Kohlhofer aus Wien, ein Menschenrechtsspezialist.
FOREF Europa: Digitale Pressemappe (APA)
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Reply #5 on : Mon March 19, 2012, 03:53:04
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Reply #4 on : Sun March 18, 2012, 09:00:19
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Reply #3 on : Fri March 16, 2012, 11:21:58
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Reply #2 on : Fri March 16, 2012, 06:55:05