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Wiener Krimiautor als Möchtegern-Experte für ReligionenIm Buch findet man nur sehr vereinzelt und auf spezifische Gruppen bezogene Informationen aus dem letzten halben Jahrzehnt. Die selbstsichere Verwendung des pauschalierenden Schlag-Wortes „Sekte“ ist ein Rückfall in das diskriminierende Vokabular längst vergangen gewähnter Epochen. Kurz, ein Werk, das schon bei seinem Erscheinen dringend einer weit reichenden Aktualisierung bedarf.
Zäuner lanciert mit diesem Buch einen Rundumschlag gegen nahezu alle Glaubensbewegungen der letzten Jahrhunderte. Mit der Fantasie eines Krimiautors, der Objektivität eines Verschwörungstheoretikers und der Arroganz eines quotenhaschenden Boulevardschreiberlings lässt er sein mediales Feuerwerk von Diffamierungen auf die Öffentlichkeit los. Tragisch genug, dass er einen Verlag gefunden hat, der sich auf ein derart fragwürdiges Projekt einlässt.
Damit setzt das eben erschienene Buch leider nur die heillos veraltete Tradition der Anti-Sektenliteratur in Österreich fort. Eine objektive und umfassend recherchierte Aufklärung bietet das Buch nicht, im Gegenteil, es wird die ohnehin schon eklatante Sektenphobie in unserer Alpenrepublik noch weiter fördern. Solche Ergebnisse können zustande kommen, wenn sich ein Kriminalroman-Autor wie ein Elefant im Porzellanladen über ein äußerst sensibles Thema her macht und hunderttausende unbescholtene Österreicher aller Altersgruppen und sozialen Schichten pauschal als hirnvergiftet abstempelt und sich berufen fühlt, ihnen die Ferndiagnose „seelentot“ ausstellen zu müssen.
Mit dem Titel „Hirngift und Seelenmord“ scheint er den Inhalt seines Buches durchaus getroffen zu haben. Geradezu ein Schulbeispiel von „Drin ist was drauf steht“. Aber wie weit muss die sektiererische Blindheit bereits fortgeschritten sein, wenn er das warnende Zitat von Andrè Paul Guillaume Gide auf Seite 54, das er auch prominent am hinteren Klappentext als Motto für sein Buch platziert, immer nur auf die anderen, nicht aber auf sich selbst und die eigenen Urteile über andere anwendet. Der Text dieses Zitates sei dem Autor mit einer kleinen Erweiterung ins Stammbuch geschrieben:
Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen die sie gefunden haben" (wollen - die Wahrheit über die religiösen Bewegungen der letzten Jahrhunderte und deren Mitglieder).
Kommentar von Hannes Roland
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Reply #8 on : Mon October 04, 2010, 21:53:37
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Reply #7 on : Mon October 04, 2010, 19:24:40
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Reply #6 on : Sun June 14, 2009, 10:10:12
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Reply #5 on : Fri May 08, 2009, 07:08:26