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Ernö
Lazarovits war einer der zigtausenden ungarischen Juden, die im
März/April 1945 von der ehemals burgenländisch-ungarischen Grenze in
gnadenlosen Fußmärschen westwärts in Richtung Mauthausen und später
nach Gunskirchen getrieben wurden.
Allein die Zahl der Todesopfer
dieser Märsche wird auf 23.000 geschätzt. Ernö Lazarovits hat das
Massaker vom Präbichl und am Ende den gesamten Todesmarsch überlebt,
aber dieser Horror konnte seinen Optimismus nicht brechen. Bis in die
Gegenwart herauf lässt ihn sein ständiges Engagement für Versöhnung zu
einem Botschafter des Friedens werden.
Ergänzt werden Ernö Lazarovits’ Erinnerungen durch Sachbeiträge zu verschiedenen Aspekten der Todesmärsche der ungarischen Juden.
Buch online bestellen: Verlag Edition - Geschichte der Heimat
Bericht Kleine Zeitung Obersteiermark vom 19. 9. 2009
Buchpräsentation eines Überlebenden des Todesmarsch
Am Freitag wurde am Präbichl beim Mahnmal an den Todesmarsch ungarischer Juden im Jahr 1945 ein Buch eines Überlebenden präsentiert.
Direkt beim Todesmarsch-Mahnmal wurde das Buch vorgestellt
Sogar der Himmel weint", kommentierte Ernö Lazarovits gestern
Vormittag das regnerisch-stürmische Wetter am Präbichl. Genauer gesagt, genau
beim Mahnmal, das an den "Todesmarsch jüdischer Gefangener im Jahr
1945" erinnern soll. Am Präbichl ereignete sich ein Massaker, dem mehr als
200 Menschen zum Opfer fielen. Unschuldige, Wehrlose, die einfach
niedergemetzelt wurden, vom Eisenerzer Volkssturm. Gestern präsentierte der
mittlerweile 85-jährige Ungar, der an Universitäten unterrichtete, für
Zeitungen schrieb und zuletzt im Außenhandel tätig war, sein Buch "Mein
Weg durch die Hölle" in deutscher Sprache.
In ungarisch, rumänisch und englisch ist es bereits erschienen. Mit Hilfe von Ingrid und Ernst Hauseder wurden die schrecklichen Erlebnisse in Gefangenschaft und die damit verbundenen Qualen übersetzt. "Es fällt mir schwer, hierher zurückzukommen. Ich war seit dem Massaker auch nie wieder hier", erzählt der sichtlich mit den Tränen kämpfende Überlebende des Massakers.
Schülerarbeit
Heimo Halbrainer, Grazer
Historiker, leistete in dem Buch historisch-zeitgeschichtliche Beiträge. Er
sprach gestern auch über die historischen Hintergründe. Die Gegenwart
beleuchtete Gerhard Niederhofer, rühriger Lehrer und Motor des Mahnmals sowie
der Aufarbeitung der Ereignisse im Zweiten Weltkrieg in Eisenerz. "Wir
Eisenerzer haben es nicht vergessen, viel zu spät haben wir uns aber daran
erinnert. Den Schmerz können wir nicht wieder gut machen", meinte er und
wies darauf hin, dass an Eisenerzer Schulen der Todesmarsch fixer Bestandteil
des Unterrichts sei.
Überhaupt haben Niederhofer und seine Mitstreiter es hervorragend verstanden, das gerne verschwiegene Thema "Eisenerz in der NS-Zeit" unter den Jugendlichen überhaupt erst zu einem Thema zu machen. Schüler waren es, die das Mahnmal entworfen haben. Und Schüler waren es, die jedes Jahr eine weitere Idee umsetzen, um dieses Mahnmal und den Platz drumherum schöner zu gestalten. Immer wissend, dass es Erwachsene gibt, die sie dabei mit allen Kräften und vor allem praktisch unterstützen.
Dass dieses Unterfangen nicht ohne Erfolg bleibt, zeigen die vielen Unterschriften in dem am Mahnmal aufgelegten Gedenkbuch, in das sich jeder Besucher eintragen kann. Aus Frankereich, Italien, Deutschland, Israel und den USA sind Beiträge zu lesen. "Und zu mehr als 90 Prozent sind diese positiv" merkte Niederhofer gestern an.
"Mein Weg durch die Hölle", Ernö Lazarovits, 188 S., Edition "Geschichte der Heimat, 22,90€, Buchverlag Franz Steinmaßl, www.geschichte-heimat.at
JOHANNA BIRNBAUM
Anmerkung der Redaktion: Prof. Dr. Ernö LAZAROVITS unterstützt FOREF im Internationalen Beirat seit 2003 als unermüdlicher Mahner gegen religiöse Diskriminierung.
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