
11.09.2012, 06:51 Read more...
27.11.2011, 10:41 Read more...
18.01.2011, 22:39 Read more...
20.11.2010, 01:35 Read more...
10.07.2009, 01:19 Read more...

Wie die Wiener Zeitung und die kirchlichen „Sektenexperten“
einander helfen
... auf Kosten Dritter
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/390538_Bio-Kost-von-Bibel-Bauern.html

Unter dem Titel „Bio-Kost von Bibel-Bauern“ deckt die Journalistin Claudia Peintner das „Böse“
auf. Hinter den Aufstrichen, Brot & Co. der Öko-Marke "Lebe
Gesund" soll eine umstrittene Glaubensgemeinschaft stecken, schreibt sie.
Mit den Einnahmen der Öko-Marke "Lebe Gesund" wird laut
Sektenexperten die neureligiöse Bewegung Universelles Leben unterstützt, so
Peintner. Die deutschen Bio-Produkte seien im Internet, auf Marktständen und in
eigenen Läden erhältlich...
Offensichtlich hat die Journalistin mit Hilfe eines katholischen „Sektenexperten“ und dessen knallharten Recherchen auch gleich eruiert, warum diese Öko-Artikel verkauft werden: „Da sollen Kunden anbeißen: Knusprige Apfelchips und Schoko-Cookies. Das Internet-Angebot des "Lebe Gesund"-Versandes macht einen verlockenden Eindruck: Bunte Aufstriche findet man dort, knackiges Gemüse und Brotlaibe. Alles fleischlose Produkte, hergestellt von Landwirten "im Sinne des Friedfertigen Landbaus", verspricht der Anbieter. ... Einige Fragen tauchen jedoch auf, wenn man die Produkte unter die Lupe nimmt: So prangt auf diversen Fertiggerichten etwa ein Engelsmotiv. Auf den Etiketten erfährt der Kunde, dass die Waren von den "Gütern Neu-Jerusalem" stammen. ...
Peintner fährt fort: Laut
Informationen der "Wiener Zeitung" entstehen angeblich die Produkte
im Umfeld der neureligiösen Bewegung Universelles Leben, die unter intensiver
Beobachtung der Sektenbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirchen
steht. ... "Über die Bio-Produkte soll angeblich ein Teil der Bewegung
finanziert werden", heißt es. "Wir weisen darauf hin, dass hinter den
Lebensmitteln Personen stehen, die einer bestimmten Gruppe nahestehen, deren
Gebaren sektiererisch ist", sagt Jürgen
Lohmeyer vom Referat für Weltanschauungs-, Religions- und Sektenfragen der
Diözese Würzburg. ...
In weiterer Folge werden im Skandalartikel dann noch die österreichischen Städte und Märkte genannt, in denen die Bio-Produkte verkauft werden. Auch die verschiedenen Labels sind publiziert, damit potenzielle Kunden auch wirklich gewarnt sind, bevor sie sich an den Gesundheitshappen vergehen.
Erst am Ende wird in
einem kurzen Absatz die Geschäftsführerin von "Lebe Gesund" Andrea
Rotter zitiert, die dementiert, dass es eine Verbindung zwischen Universelles
Leben und den Bio-Lebensmitteln gäbe. "Lebe Gesund ist eine
eigenständige Firma. Hier arbeiten Mitarbeiter verschiedener Glaubensrichtungen
nach einer gemeinsamen Betriebsordnung unter dem Motto: ,Üb` immer Treu und
Redlichkeit", so Rotter.
Man muss Peintner zugute halten, dass sie mit der Veröffentlichung dieses Schluss-Zitates wenigstens den Schein der journalistischen Sorgfalt zu bewahren versuchte.
1. Amtsblatt ist zur Neutralität und dem in der Verfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz verpflichtet – auch in religiösen Angelegenheiten.
Leider wird hier der Gleichheitsgrundsatz grob verletzt. Die Zeitung lässt sich hier von einem katholischen Sektenexperten instrumentalisieren. Die Wiener Zeitung schreibt, dass die neureligiöse Bewegung Universelles Leben unter intensiver Beobachtung der Sektenbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirchen steht ... Hat sich die Redaktion nicht die Frage gestellt, ob diese Leute jemals eine polizeiliche oder geheimdienstliche Befugnis zur "intensiven Beobachtung religiöser Minderheiten" bekamen? Diesen sogenannten Experten geht es wohl kaum um Objektivität in der Darstellung von Glaubenskonkurrenten. Ihr Auftrag ist Apologetik. Sich von einem „Sektenexperten“ der Amtskirchen die Meinung über eine andere Religionsgemeinschaft einzuholen ist grenzenlos naiv. Es ist, als würde man einen Anwalt von Coca Cola damit beauftragen, ein Gutachten über Pepsi Cola zu verfassen.
2. Zur Erinnerung: Artikel 4 des Ehrenkodex der österreichischen Presse:
Die
Freiheit in Berichterstattung und Kommentar ist integrierender Bestandteil der
Pressefreiheit. Persönliche Diffamierungen, Verunglimpfungen und Verspottungen
aber sind ein Mißbrauch dieser Freiheit, sie verstoßen gegen das
journalistische Ethos. Dies gilt auch
für Pauschalverdächtigungen und Pauschalverunglimpfungen von Personen oder
Personengruppen. Jede Diskriminierung aus rassischen, religiösen,
nationalen oder sonstigen Beweggründen ist unzulässig. …
Es ist wohl jedem, der
diesen Artikel unvoreingenommen liest, klar, dass man hier eine Glaubensgemeinschaft pauschal
verunglimpft ohne konkret ihre Vergehen zu nennen. Diese Art von Journalismus ist höchst unehrenhaft für ein Amtsblatt, welches größtenteils von
öffentlichen Geldern finanziert wird.
3. Die Geschäftsschädigung durch diesen Artikel ist offensichtlich.
In den vergangenen 40 Jahren wurde der Sektenbegriff von den kirchlichen Sektenstellen (18 in Österreich) zu einem Kampfbegriff stilisiert. Die heimischen Boulevardmedien waren leider zu oft willige Helfer in diesem Bemühen. LeserInnen, welche auf die Stigmatisierung durch den Sektenhammer hineinfallen, werden sich davor hüten, mit diesem Stigma behaftete Bio-Produkte zu erwerben (wie gesund die auch sein mögen). Angstmache war schon immer ein effektives Mittel, um Konkurrenten zu schädigen.
4. Die unselige Zeit, in der Geschäftsleute, die einer religiösen Minderheit angehörten, ihre Glaubenssymbole ins Schaufenster stellen oder auf ihrer Jacke tragen mussten ist - Gott sei Dank – schon längst Geschichte.
Aber wie schon Ingeborg Bachmann treffend bemerkte: „Die Geschichte lehrt ständig. Nur sind wir schlechte Schüler.“
Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben wird hier unterstellt, dass sie nicht mit offenen Karten spielen würden. Mit anderenen Worten: Sie stellen ihr religiöses Bekenntnis auf dem Markt nicht zur Schau. Müssen sie das, wenn sie einfach nur ihre Gesundheitsartikel verkaufen? Immerhin leben wir in einem freien Land im 21. Jahrhundert...
5. Menschenrechte sind unteilbar. Das gilt auch für
die Religionsfreiheit und religiöse Minderheiten!
Die
Autorin des besagten Artikels ist eine Journalistin, die durchaus keine
Analphabetin in Sachen Menschenrechte ist. Sie setzte sich im Vorjahr
vorbildhaft mit ihrem Artikel ("Mit wem ich das Bett teile, ist Kunden
egal" –
Wiener Zeitung) gegen die
Diskriminierung der stigmatisierten Minderheit der Homosexuellen ein.
Deshalb
ist es erst recht unverständlich, dass Frau Peintner plötzlich selbst
zur Täterin wird indem sie eine harmlose Minderheit pauschal verunglimpft. Dafür bietet auch das Sommerloch
keine
Entschuldigung.
KLARSTELLUNG DER BETROFFENEN FIRMA:
Lebe Gesund Versandt GmbH – Max-Braun-Str. 4 – 97828 Marktheidenfeld - Deutschland
WIENER ZEITUNG
An den Herausgeber:
Republik
Österreich/Bundeskanzleramt
Ballhausplatz 2
1014 Wien
ÖSTERREICH
An die Chefredaktion:
Herrn Reinhard Göweil
Wiedner Gürtel 10
1014 Wien
Klarstellung zu dem Artikel “Biokost von Bilbel-Bauern”
Sehr geehrte Damen und Herren,
Der in der Ausgabe vom
20./21. 8. 2011 über die Firmen „Lebe Gesund“ und „Gut zum Leben“ erschienene
Artikel mit dem Label „Recht & Verbraucher“ dient nicht der Aufklärung der
Verbraucher, sondern dem Transport kirchlicher Vorurteile gegenüber Menschen,
die sich nichts anderes zu Schulden kommen ließen, als dass sie den Glauben der
Amtskirchen nicht teilen. Kirchliche „Sektenbeauftragte“ die der Artikel laufend
zitiert, üben in Österreich offenbar eine Art Religionspolizei aus, die
neuerdings auch die Qualität von Lebensmitteln beurteilt und sich erlaubt,
Produkte und Firmen allein deshalb in Verruf zu bringen, weil sie „angeblich im
Umfeld“ einer „neuen religiösen Bewegung“ entstehen und dies nicht sofort
kenntlich gemacht wird.
Man fühlt sich an unselige Zeiten erinnert. Soll demnächst jeder
„Greißler“, der nicht katholisch ist, seine Konfession ins Schaufenster
stellen? In einer Zeitung, die als Amtsblatt der Republik Österreich fungiert,
ist diese Art von Journalismus zugleich ein Verstoß gegen das weltanschauliche
Neutralitätsgebot des Staates.
In diesem Artikel wurde mit Hilfe kirchlicher Stimmungsmache massive Geschäftsschädigung betrieben. Zur Vermeidung weiterer Schäden bitten wir Sie um den Abdruck nachfolgender
KLARSTELLUNG
Bio-Kost von Bibel-Bauern
Zum Artikel vom 20. August
In dem Artikel wurde mit Hilfe kirchlicher Stimmungsmache massive Geschäftsschädigung betrieben. Zur Vermeidung weiterer Schäden bitten wir um den Abdruck nachfolgender Klarstellung:
Andrea Roter, Lebe Gesund GmbH
Anmerkung der FOREF Redaktion:
Die Gegendarstellung der Geschäftsführerin der Firma Lebe Gesund wurde am 30.August in der Wienerzeitung als Leserbrief abgedruckt: http://www.wienerzeitung.at/meinungen/leserbriefe/392673_Leserbriefe-30.8..html
FOREF Europa: Digitale Pressemappe (APA)
Write a comment
Posts: 3
Reply #3 on : Tue November 15, 2011, 20:10:00
Posts: 3
Reply #2 on : Tue November 15, 2011, 10:06:17
Posts: 3
Reply #1 on : Fri August 26, 2011, 21:08:23