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Rom: Kardinal Ratzinger, 'Hüter des rechten Glaubens' wird Papst Benedikt XVI

FOREF Kommentar:

 

Der Papst ist tot. Es lebe der Papst!

von
Heinrich Kofler,
theol.


 

Kaum hatten sich die Türen zur  Sixtinischen Kapelle im Vatikan nach dem rituellen Ruf extra omnes geschlossen, kaum hatten sich die Wahlmänner der Katholischen Kirche zur wichtigsten und einzigen demokratischen Amtshandlung der Katholischen Weltkirche eingefunden, ertönte auch schon Ruf: Habemus papam!

 

Die Medien hatten schon Tage zuvor über mögliche Nachfolger des polnischen Pontifex Maximus Vermutungen angestellt: unter den genannten Namen war auch der Kardinal Josef Ratzingers zu hören und zu lesen.

 

Und dieser Papabile ist es nun geworden. Rasch holten die zuständigen Redakteure von Fernsehen und Printmedien in aller Welt ihr vorbereitetes Material aus ihren elektronischen Schubladen und sagen ihr Loblied auf das neue Oberhaupt der Katholischen Christenheit. Aber auch  Skepsis wurde laut, ob der Papa Razzi oder Gods Rottweiler wohl der geeignete Mann wäre, die Zeichen der Zeit wahrzunehmen, die Anker zu lichten und das riesige Passagierschiff Katholische Kirche, auf dem vorne „panta rei“(alles fließt) und hinten „semper idem“ (immer dasselbe) steht, zu neuen Ufern zu steuern.

 

Die ersten programmatischen Sätze  des oberbayrischen Theologieprofessors klingen nicht übel: Einheit unter den Konfessionen, Gespräch mit den Religionen, Dialog mit der Jugend. Aber er betonte auch, dass er den Kurs von seinem Vorgänger fortsetzen wolle. Das heißt unter Anderem: Keine Eucharistische Gemeinschaft mit den Christen anderer, vor allem protestantischer Konfessionen, keine Frauen im priesterlichen Amt, keine Aufhebung des Zölibates.

 

Benedikt der XVI. wolle „der Kirche dienen“. Was heißt das? Was meint er damit? Was kann ein Mensch, dem die Zielsetzungen Jesus Christi bzw. der Wille Gottes für uns Menschen viel, ja alles bedeuten, daraus entnehmen? Jesus bläute seinen Nachfolgern ein, dass es ihnen zuerst um die Königsherrschaft Gottes gehen müsse, alles andere würde dann schon hinzukommen. Ist der Papst, dieser Papst, noch immer der Ansicht, dass die Römisch-Katholische Kirche bereits das Reich Gottes auf Erden ist? Dann müssen alle katholisch, das heißt Bürger dieses Reiches, dieser Kirche werden.

 

Hier treten meine Bedenken auf. „Die ganze Kirchengeschichte – schreibt Demostenes Savramis in seinem Buch „Kriterien des Christlichen“(S.71) -  ist  voller Beispiele, die die These belegen können, dass alle Kirchen sich konstant von der Lehre Jesu entfernten, sich den Unrechtsstrukturen und den gesellschaftlichen Wertesystemen, die diese Strukturen sanktionierten, anpassten und ihre „Erfolge“ nicht der Lehre Jesu, sondern ihrem Arrangement mit den jeweiligen Gesellschaftsformen verdanken, in deren Rahmen sich die Kirchen behaupten konnten….Während die vorhandenen Gesellschaftssysteme die Kirchen in ihrer Arbeit gewähren lassen, indem sie das institutionalisierte Christentum politisch, ökonomisch und gesellschaftlich unterstützen, legitimieren und sakralisieren die Kirchen diese Systeme, und zwar unabhängig davon, ob sie dem von Jesus versprochenem Heil im Wege stehen oder nicht.“

 

Es geht meines Erachtens nicht darum, dieser Kirche zu dienen. In diesem Fall wäre der Papst dann nichts anderes als der Generaldirektor einer altehrwürdigen musealen Einrichtung, die sich von Zeit zu Zeit medial gut verkaufen lässt.  Da die Kirche, die römisch-katholische, ihrer eigenen Definition zufolge der geheimnisvolle Leib Christi (corpus Christi mysticum) ist, und Jesus seinen eigenen Leib nicht geschont hat, sondern ihn für das Heil der Welt hingegeben hat, darf auch die Kirche nicht auf ihr eigenes Wohl bedacht sein, sondern muss sich en bloc und nicht nur in einigen wenigen heroischen Gestalten, für das Heil der Menschheit, für den Frieden unter den Völkern, Rassen und Religionen  gerade an den jeweils neuralgischen Punkten in die Waagschale werfen.

 

Benedikt XVI. hat die Chance, die Stunde zu nützen und über seinen Schatten zu springen, der ihm als Hüter der rechten Glaubenslehre  anhaftet und vorauseilt. Vorschusslorbeeren sind wohl nicht am Platz, auch keine Miesmache in advance. Der evangelische Theologieprofessor Ulrich Körtner schreib im „Der Standard“ vom 22. April 2005: „Die Papamania“ als Zeichen einer erwachten Spiritualität, gar eines „Megatrends Religion“ zu deuten, ist kühn. Der Jubel und die großen Emotionen, mit denen der neue Papst ebenso begrüßt wie der alte verabschiedet wurden, unterscheiden sich kaum von der Stimmung in einem Fußballstadion… Die christliche Botschaft, um die es Johannes Paul II. und seinem Nachfolger zweifellos ging und geht, droht vom Personenkult völlig überlagert zu werden.“  - All dies ist sicherlich nicht zu übersehen und mitunter Besorgnis erregend. Doch sollte der Papst von allen die Gelegenheit bekommen das Spezifische, das diese Kirche zweifellos hat, herauszuarbeiten und als Beitrag für das Ganze in Gottes Welt zum Wohle aller einzubringen.

 

Jesus hat einmal gesagt: Was ihr von den Menschen erwartet, das tut zuerst ihnen. Was erwarten wir uns, ich mir: Offenheit, Vertrauen, Zuneigung, Anerkennung. Öffnen wir ihm die Tür und trauen wir ihm zu, dass er mit Gottes Hilfe gute Arbeit leistet.

 

 

Heinrich Kofler, theol.


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