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20.11.2010, 00:35 Read more...


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Kasachstan: Zwei Jahre Gefängnis für Missionarin Elizaveta Drenicheva

FOREF-Almaty/Vienna: Am Freitag, den 9. Jänner 2009, musste Frau Drenicheva (28) in Almaty, der zweitgrößten Stadt in Kasachstan, ins Gefängnis.
Die verhängte Strafe gegen die junge Missionarin beträgt ganze zwei Jahre hinter Gitter der der Bezirksstrafanstalt. Laut Anklage liegt ein Strafbefehl gegen E. Drenicheva wegen „schweren Vergehens gegen den Frieden und die Sicherheit der Menschheit“ vor.

 

Frau Drenicheva, eine russische Staatsbürgerin, trat 1995 der Vereinigungskirche bei und begann ihre Missionstätigkeit in Kasachstan vor drei Jahren.
 
Bereits im April letzten Jahres veranlasste das Komitee für Nationale Sicherheit (KNB, früher KGB) das Abhören von Telefonen und Überwachen von Büros. Es soll auch Kirchenmitglieder sowie nahestehende Mitarbeiter in ihren Aktivitäten, soweit diese mit der Vereinigungskirche in Beziehung standen, überwacht haben, obwohl die Vereinigungskirche seit 1997 eine registrierte NGO im Land ist.

Frau Drenicheva berichtet: „Am 2. Juli 2008 um 6 Uhr morgens verschafften sich KGB Offiziere gewaltsam Zutritt zum Gebäude der Friedensbotschaft und drangen auch in unsere Wohnräume ein, um eine Durchsuchung durchzuführen. Sie konfiszierten unsere gesamte Literatur und unsere Computer. Ich wurde unter Arrest gestellt. Andere Mitglieder wurden aufgefordert, das Land nicht zu verlassen. Nach zwei Tagen wurde ich aus der Untersuchungshaft entlassen und musste eine Erklärung unterschreiben, das Land nicht zu verlassen.

Am 24. Oktober begann das Gerichtsverfahren am Bezirksgericht in Almaty, Bezirk Almalinskiy. Ich wurde  gemäß Artikel 164 / 2  des Strafgesetzbuches der Republik Kasachstan wegen „Verletzung des Friedens und der Sicherheit der Menschheit“ angeklagt.

Das “große Verbrechen”:

Frau Drenicheva hatte vier Personen zu einem Seminar eingeladen und hielt an vier Tagen Vorträge über die Vereinigungsprinzipien, die Theologie der Kirche

Das „Verbrechen“ Frau Drenichevas bestand darin, dass sie eine kleine Gruppe versammelte, um die theologischen Lehren des Rev. Sun Myung Moon zu studieren.

Ein Geheimagent des KNB, der sich unter dem Pseudonym “Medvedev” unter die Zuhörer gemischt hatte, behauptete, der Inhalt sei Propaganda mit Zeichen gefährlicher Einflussnahme auf die Integrität des Staates.

Eveniy Zhovtis, Leiter des Internationalen Büros für Menschenrechte in Kasachstan, schätzt die theologischen Lehren hingegen als biblische Interpretationen ein, die sich kaum von jenen anderer Religionen unterscheiden und fragt sich, ob nun dieser Prozess bedeute, dass die Regierung fortan auch mit Priestern, Mönchen und Nonnen ähnlich verfahren und sie ins Gefängnis stecken würde.

“Die Tatsache, dass es überhaupt zu einem solchen Prozess gekommen ist, bringt Schande über ein Land, das sosehr unter religiöser Verfolgung gelitten hat. Kaum vorzustellen, wie man unser Land besser diskreditieren könnte“
, resümierte er.

Der Menschenrechtsexperte verwies auch auf die voraussichtliche OSZE Präsidentschaft Kasachstans 2010, die allerdings noch nicht bestätigt wurde. Ein neuer Gesetzesvorschlag für Religion löste eine Welle der Empörung und Kritik in der internationalen Menschenrechtsgemeinschaft sowie in der OSZE selbst aus. Der Gesetzentwurf soll den OSZE Menschenrechtsstandard bei weitem verfehlen. Das könnte durchaus der Grund für die verspätete Verabschiedung sein.

Auf einer OSZE Konferenz im Oktober in Warschau wurde Kasachstan von Menschenrechtsexperten und NGOs für seine restriktive Vorgehensweise gegenüber Religionsgemeinschaften und für den Gesetzentwurf (siehe Anhang) schwer gerügt. Eines der vielen Beispiele einer solchen Praxis war der Abriss des einzigen Krishna Tempels des Landes.

Kasachstans Hoffnung auf den Vorsitz der OSZE 2010 könnte möglicherweise durch Eigenverschulden gegenüber den OSZE Standards vereitelt werden. Eine junge Missionarin nur wegen Ausübung ihrer religiösen Pflichten ins Gefängnis zu sperren, stellt eine neuerliche klare Verletzung jener Prinzipien dar, um deren Implementierung die OSZE in dieser Region sosehr bemüht ist.

Hintergrund Info:

Bericht von Peter Zöhrer
Wien, am 19.1.2009


Translation: ENGLISH


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