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20.11.2010, 00:35 Read more...


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Österreich, Türkeibeitritt? Eine Frage mit vielen falschen Untertönen.

 

Türkeibeitritt?

Eine Frage mit vielen falschen Untertönen.

 

Ein Kommentar von Günther Ahmed Rusznak

Schriftsteller und Moslem


 

 

Christenclub, Islamisierung! Der Glauben dürfte sowohl in der EU als auch in der Türkei eine gewaltige Rolle spielen, wenn es gilt, Ängste zu schüren. Die säkularen Staaten der EU zittern anscheinend vor einer islamischen Übernahme, während die laizistische Türkei ein drittes Trauma vor den Wiener Stadtmauern und damit vor Europa befürchtet.

 

Weder das eine noch das andere dürfte in den Überlegungen eines Türkeibeitritts eine Rolle spielen. Warum dann das ganze Theater? Fangen wir in Europa an. Die Millionen von Muslimen hier sind einer Art von Sippenhaftung anheim gefallen. Für ganz, ganz wenige Verbrecher, welche den Islam für ihre Terroranschläge missbrauchen, müssen sie den Kopf hinhalten. Ein Generalverdacht ist entstanden. Oder das Kopftuch. Sie sind anders. Na und? Ist nicht jeder Mensch großartig, einzigartig. Und wenn die Muslimas dass für ihren Glauben manifestieren, zeigt das nicht eine gewisses Selbstverständnis, dass wir eigentlich alle haben sollten? Und dazu noch eine gehörige Portion an Selbstbewusstsein. Jede Gleichmacherei führt unweigerlich zu einer geistigen Verarmung und taucht unsere bunte Welt in ein militärisches Einheitsgrau. Wollen wir das?

 

Was ist es dann noch, was uns an den Muslimen so stört? Sie sind fremd und sie werden es weiter sein, wenn sich beide Seiten nicht gewaltig anstrengen um diesen Missstand zu beheben. Fremd ist ja nur was wir nicht kennen! Also lernen wir doch einander kennen! Eine Bringschuld für beide Seiten und doch von beiden Seiten sträflich vernachlässigt. Es sind Gettos entstanden, Parallelgesellschaften, Abkapselungen, verbunden mit vorder- oder hintergründigen Anfeindungen. Wir sind fremd für sie, sie sind es für uns. So einfach ist das. Und so traurig.

 

Besonders für mich als Ur-Österreicher und Moslem. Wir Muslime begehen gerade den Ramadan. Den Fastenmonat. Es ist ein anderes Fasten wie bei den Christen. Am Abend, nach Sonnenuntergang darf wieder gegessen und getrunken werden. 30 Tage lang. Und wenn eine Moschee, ein islamischer Club oder Verein in ihrer Nähe ist, gehen Sie nach Sonnenuntergang (so ungefähr 18.00 bis 18.30) hin. Man wird Sie einladen. Dieser Aufruf geht aber genauso an die Moscheebetreiber, die Club und Vereinsvorstände. Ladet von euch aus die Menschen ein. Lasst sie teilhaben, lernt einander kennen! Gewiss kleine Schritte nur, aber sie führen zum Ziel. Und dieses Ziel muss heißen: Keine Angst vor den Muslimen, sie wollen Europa sicher nicht islamisieren. Sie wollen nur in Frieden und Freiheit hier leben und Freiheit bedeutet eben auch Glaubensfreiheit mit all seinen Facetten.

 

Und nun zur anderen Seite. Die, die da von einem arroganten Christenclub faseln, müssen mit ihrer Argumentation schon arg in einen Notstand gekommen sein. Es sind jene (türkischen) Politiker und Bevölkerungsschichten, denen jedes noch so fadenscheinige Argument willkommen ist, um eigene Schwächen zu übertünchen. Es wäre meiner Meinung nach besser, wenn sich diese Leute fragen würden, ob ein EU-Beitritt der Türkei wirklich so ein großer Segen wäre. Gewiss für viele heute Begüterte wird es ein weiterer Schub hin zu noch mehr Reichtum und Wohlhabenheit sein. Doch für die Masse der Menschen, welche da in einer teilweise rückständigen Landwirtschaft oder in klein strukturierten Gewerbebetrieben ihr Auskommen finden muss, wird die Umstellung auf EU-Normen und Vorschriften dramatische Einschnitte bringen. Nicht nur dramatisch sondern sicher auch existenziell.

 

Die ohnehin schon hohe Arbeitslosigkeit wird hochschnellen, die Ab- und Auswanderungswünsche der Jüngeren werden kaum noch zu bremsen sein. Noch mehr Türken nach Europa? Ja sicher, aber sie werden in ein ebenfalls geschwächtes Europa kommen, mit ebenfalls hoher Arbeitslosigkeit und bei der schon jetzt herrschenden Ablehnung der Türken (Muslime, Ausländer) wird das sicher kein Honiglecken werden. Mit einer privilegierten Partnerschaft würde die Türkei weit aus besser fahren, könnte ihre Strukturprobleme in den Griff bekommen, ohne die Menschen überfahren zu müssen. Vorteile annehmen, Nachteile auf ein Minimum reduzieren, langsam zusammen wachsen. Besser für die Christen und besser für die Muslime. Besser für die EU und besser für die Türkei.

 

Und in der Zwischenzeit hätten Sie die Chance zum islamischen Fastenbrechen eingeladen zu werden und ihrerseits könnten Sie die kommenden Weihnachtsfeiertage für eine Gegeneinladung nützen. Was halten Sie davon? Ich höre gerne von Ihnen, wie es so gelaufen ist.

 

Günther Ahmed Rusznak

Schriftsteller und Moslem

rusznak@religionsfreiheit.at

2. Ramadan 1426/2005    


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