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KOMMENTAR: Die Frauenquote ist ein Menschenrechtsverstoß
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AUFTRÄGE STATT MENSCHENRECHTE?
Als Hu Jintao, der chinesische Staatschef am 30.Oktober mit einer zweihundert Mann Delegation in Schwechat einflog, rollte man den roten Teppich aus. Am Tag danach beim Treffen mit den Regierungsspitzen wurde er durch ein riesiges Sicherheitsaufgebot sogar davor "beschützt", sich tibetische Flaggen ansehen zu müssenoder Schreie der friedlich demonstrierenden TibeterInnen, Falung Gong Mitglieder und anderer Aktivisten anzuhören. Diese wurden von der Polizei auf "Sicherheitsdistanz" - weit weg vom Parlament und der Hofburg, vor das Cafe Landmann und das Burgtheater ausgelagert.

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Wer braucht die Bundesstelle für Sektenfragen?
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20.11.2010, 00:35 Read more...


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ÖSTERREICH, "Wir Jugendliche, die Suche nach dem Sinn und der um uns besorgte Staat (Kirche)"

 

Wir Jugendliche,

die Suche nach dem Sinn
und der um uns besorgte Staat (Kirche)

Von Bogdan P.

Der Autor ist 16
Jahre, besucht die 6b eines BRG in Oberösterreich
und ist
Chefredakteur der Schülerzeitung „Copyright“


„…Die Verflochtenheit des Einzelnen in vielfältige Formen von Gemeinschaft ist bewusst zu machen; Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber sowie Achtung vor den unterschiedlichen menschlichen Wegen der Sinnfindung sind zu fördern.

Der Unterricht hat aktiv zu einer den Menschenrechten verpflichteten Demokratie beizutragen. Urteils- und Kritikfähigkeit sowie Entscheidungs- und Handlungskompetenzen sind zu fördern, sie sind für die Stabilität pluralistischer und demokratischer Gesellschaften entscheidend. Den Schülerinnen und Schülern ist in einer zunehmend internationalen Gesellschaft jene Weltoffenheit zu vermitteln, die vom Verständnis für die existenziellen Probleme der Menschheit und von Mitverantwortung getragen ist. Dabei sind Humanität, Solidarität, Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Umweltbewusstsein handlungsleitende Werte. …“

–Aus dem allgemeinen Bildungsziel des AHS - Lehrplans.


 

Zu solchen Menschen soll uns Jugendliche die Schule machen. Schön anzuhören - all diese Ziele. Im starken Kontrast dazu steht natürlich, dass täglich von Schülern Erlebte und Praktizierte. Ich möchte nun nicht in einen Rundumschlag auf das österreichische Schulsystem verfallen, sondern mich gezielt einem Thema widmen, nämlich der zu fördernden „Achtung vor den unterschiedlichen menschlichen Wegen der Sinnfindung“.

 

Besonders Jugendliche in der Pubertät sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Meine Klassenkollegen sitzen zwar nicht ununterbrochen vor philosophischen Schriften, um diese zu studieren. Sie haben jedoch Fragen und Sehnsüchte, die sie nicht im Alkohol ertränken oder mit dem Schulalltag erschlagen können. Der Frage nach dem Sinn kann sich kein Mensch entziehen. Wir stehen alle vor denselben Fragen und suchen nach DEN Antworten und sind Opfer derselben Orientierungslosigkeit. Erst vor wenigen Tagen erlebte ich bei einem Kreativ-Workshop meiner Schule, wie düster die Werke kreativer und kritischer Jugendlicher sind und wie viele versuchen sich, in Spaß und Alk zu flüchten. Natürlich reagieren nicht alle kritischen Leute so. Es gibt Jugendliche, die denken und trotzdem Hoffnung haben. Diese Kollegen sind nicht gar so selten, wie man in erster Resignation glaubt, doch sie sind, ich spreche aus Erfahrung, größtenteils religiös.

 

Soweit so gut kann man sagen. Doch viele dieser hoffnungsvollen Jugendlichen sind nicht gläubig im Sinn der katholischen oder evangelischen Religion und das stellt für viele ein Problem dar. In den, unter dem neoinquisitorische Banner „Sektenaufklärung“ stehenden, Religionsstunden wird kräftig aus subjektiver Sicht und meist unqualifiziert über alle andern Religionsgemeinschaften, die klein genug sind, um es sich erlauben zu können, hergezogen.  Wie soll ein/e Religionslehrer/in qualifiziert über die vielen Religionen informieren können? Selbst für Gläubige, die schon Jahrzehnte einer Religion angehören und diesen Weg gehen, ist es eine Herauforderung, anschaulich ihren Glauben zu präsentieren. Die  Religionslehrer/innen sind somit auf die ihnen vom Bund oder Land zur Verfügung gestellten Informationen angewiesen, die meist durch die berühmt berüchtigten „Sektenvideos“ zu den Konsumenten, uns Jugendlichen, gelangen.

 

Ich kann vom konkreten Fall in meiner Klasse erzählen. Meine Klassenkollegen/innen wurden beauftragt, über jeweils eine Sekte zu referieren. Wobei jedoch z.B. mein bester Freund die „Kirche Jesu Christi – Heiligen der letzten Tage“ zugeteilt bekam, die zu den 13 in Österreich gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften gehört und somit rechtlich mit der katholischen Kirche gleichgestellt ist. Schüler können sich bei der Ausarbeitung des Referats sehr bemühen, jedoch wird es kaum authentischer als das ohnehin schon mangelhafte Wissen eines/r Religionslehrer/in auf diesem Gebiet sein. Als Draufgabe wurde ein Video mit einem Rundumschlag auf mehrere Religionsgemeinschaften als Information geboten.

 

Als Beispiel für der Unseriosität dieser Unterrichtsmaterialien möchte ich anführen, dass direkt von den Gräbern eines Massenselbstmordes zu den internationalen Ehesegnungszeremonien der Familien Föderation für Weltfrieden oder Mun-Sekte, um eine neoinquisitorische Terminologie zu verwenden, übergeleitet wurde. Mir ging diese Stelle besonders nahe, da ein Ereignis, die Ehesegnung meiner Eltern und somit Ausgangspunkt meiner Existenz, quer durch den Dreck und wieder zurück gezogen wurde. So wäre nun das Bild von vielen Verrückten, die sich in einem großen Stadion versammeln und von zwei anderen Verrückten, die diese segnen, im Gedächtnis meiner Klassenkollegen geblieben, wenn sie an meinen Glauben, meine Überzeugung, meine Form von Religiosität, meinen Weg zur Wahrheit, denken. Ich kann an dieser Stelle nur für mich und meinen Glauben sprechen, bin mir aber sicher, dass es meinen Baha’ì, Mormonen, Adventisten, neuapostolischen Freunden genau so geht.

 

Ich war nun in einer schwierigen Situation. Ich hatte Angst davor, meinen Glauben zu offenbaren, denn nicht nur einer meiner Freunde wurde aufgrund der Tatsache, dass er nicht so war wie die anderen (also katholisch, bzw. scheinkatholisch) aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen und selbst von Lehrern verspottet. An den schönen Worten des, von mir anfangs zitierten, Bildungsziels wurde in vielen Fällen nicht nur erfolgreich vorbeigeschossen, sondern es wurden auch die demokratischen Ideale und die Menschenrechte mit Füßen getreten. Ich hatte Angst für die restlichen 3,5 Jahre in dieser Schule mit einem in mein Gesicht gebrannten „Judenstern“ herumlaufen zu müssen. Verständlich. Diese Lügen konnte ich jedoch auch nicht über etwas, das ich mit ganzem Herzen liebe, ergehen lassen. Die Religionslehrerin, gab mir die Gelegenheit (dafür bin ich ihr aus tiefsten Herzen dankbar) über meinen Glauben zu sprechen, meinem Weg zum Sinn, den wir alle, wie anfangs erklärt, suchen.

 

Wovor haben die Sektenexperten Angst? Warum machen sie Stimmung gegen Menschen, die anders als sie versuchen, Gott zu finden? Sehen es die von Steuergeldern bezahlten Sektenexpert/innen der Großkirchen als ihre Aufgabe, Jugendlichen wie mir, das Leben schwerer zu machen, meine Freunde und mich auszugrenzen? Wenn nicht, was sonst? Sie werden wohl kaum erwarten, dass sie mit ein paar Filmen und öffentlicher Hetze uns das Austreiben können, was uns Ziel, Richtung und Ideale gibt. Wir prüfen selbst kritisch und sehen in unserem täglichen Leben, was gut ist. Meine Eltern machten den Schritt aus der katholischen Tradition heraus, weil diese so viele Fragen unbeantwortet ließ. Warum traut man uns nicht zu, den Schritt aus unserer Tradition heraus zu machen, wenn uns diese als nicht logisch und gut erscheint?

 

Welcher Jugendliche im Alter von 16 Jahren in einer globalisierten und vernetzten Welt, in der er Zugang zu einem unerschöpflichen Volumen an Information und Meinungen hat, ist nicht kritisch gegenüber der Meinung seiner Eltern? Wenn es den Sektenexperten/innen um den Schutz der Jugendlichen der Großkirchen gehen würde, würden sie diese nicht mit Vorurteilen beladen und dazu verführen, Andersdenkende auszuschließen. Wenn es jedoch den Sektenexpert/innen um die Rettung der Jugendlichen aus so genannten  Sekten gehen würde, würden sie uns nicht aus der Gesellschaft ausgrenzen. Um was geht es ihnen? Falls mir irgendjemand eine Antwort geben kann – gerne. Würde es den Menschen nicht mehr helfen, wenn wir zusammen für Werte, die wir vertreten und leben, in der Öffentlichkeit eintreten? Sind Orientierungslosigkeit der Jugendlichen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, der freie Sex, Zerfall der Familien nicht Probleme die uns alle betreffen, der Lösungen genug Geld und Energie beanspruchen würden?

 

Liebe Leser, Liebe Sektenexperten, … bitte antwortet nicht auf meine Fragen, dies würde unsere kostbare Zeit verschwenden, schreiben Sie Vorschläge, wie wir aus diesem Österreich etwas Besseres machen können, etwas, dass den Menschen wahre Freude, Glück und Erfüllung bringt. Der Zerfall der Gesellschaft und fundamentaler Werte wird durch den Krieg der Religionen nur vorangetrieben. Wem hilft es wenn wir uns schlagen? Uns Menschen und vor allem Gott mit Gewissheit nicht.

 

 

 

E-Mail: bogdan4peace@gmx.at

 


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