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traun-history - Chronologische Auflistung der Ereignisse:TEIL 2

Der "Trauner Moscheenstreit"

Teil 2
(29.Juli 2000 bis 9. Jänner 2001)


Chronologische Auflistung
der Ereignisse rund um die "Mescid Ül Aksa Camii"
mit
Kurzkommentaren von Günther Ahmed Rusznak, Schriftsteller und Moscheesprecher


29. Juli 2000 Rücktritt vom Rücktritt

Sie haben es begriffen. Begreifen müssen. Schmerzlich begreifen müssen. Eine hochrangige Delegation, bestehend aus Vereinsvorstand, zwei Imamen (!) und anderen Vereinsmitgliedern, suchen mich auf. Wir schließen Frieden, der "Kampf" geht weiter.

Zwischenzeitlich hat der Obmann wegen eines Hauses in der Bahnhofstraße 43 bei der Gemeinde angefragt. Eine Stellungnahme steht noch aus.

3. August 2000

Treffen mit Hrn. Zoehrer (ICRF) und Hrn. Ecker (SOS - Menschenrechte).

Hr. Zöhrer wird die "Chronologische Auflistung der Ereignisse rund um die "Mescid Üll Aksa Camii" im Internet veröffentlichen und div. Leute mit diesem Fall konfrontieren. Wir warten dann auf die Reaktionen.

Das Ansinnen in der Bahnhofstaße 43 eine Moschee zu installieren wird vom Stadtamt Traun nicht grundsätzlich abgelehnt, aber mit so vielen "Aber" versehen, dass die Lust auf weitere Schritte schon im Keim erstickt wird.

18. August 2000

Unser Obmann hat einen neuerlichen Termin beim Stadt(bau)amt. Er kommt mit einer Liste von 8 (acht) Vorschlägen für einen eventuellen Moscheenstandort zurück. Das alles schaut im ersten Augenblick nach freundlicher Gesinnung aus, erweist sich jedoch bei näherer Überprüfung wieder als ein durchtriebenes, hinterhältiges Spiel.

Vorerst fällt auf:

  • Alle Standorte sind weit weg vom Zentrum, die meisten am Ortsrand. Einer sogar in der Nachbargemeinde.

  • Bei weiterer Prüfung ergibt sich folgendes:

  • Zwei Standorte sind überhaupt nicht verfügbar.

  • Ein Objekt wird nicht an Moslems/Türken vermietet.

  • Der Rest sind entweder Ruinen oder sonst irgendwie gänzlich ungeeignete Objekte.

Wir fragen uns da schon, was das eigentlich soll?

Eine aufgelassene ESSO-Tankstelle ist mir in's Auge gestochen, mit viel Fantasie kann ich mir dabei einen Moscheeneubau vorstellen. Ich habe unseren Obmann daher gebeten, bei seinem Gesprächstermin, dieses Objekt zur Sprache zu bringen. Er kommt allerdings mit der Meldung zurück: Schon verkauft. Schade!

Anmerkung: Unsere Obmann, Osman Gülec hat nicht etwa in kürzester Zeit gut oder perfekt Deutsch gelernt, so dass er plötzlich die Verhandlungen mit der Stadt Traun führen könnte. Es begleitet ihn immer seine Tochter bei diesen Terminen und übersetzt für ihn.

Eine neuerliche Rückfrage bei unserem Anwalt ergibt die doch etwas beruhigende Auskunft, dass für die endgültige Zerstörung unsere jetzigen Moschee, erst noch ein Bescheid von der BH-Linz/Land kommen muss. Eine Verschnaufpause ist also noch vorhanden.

28. August 2000

Mein Misstrauen gegenüber den Aussagen der Stadtgemeinde Traun ist so groß, dass ich mich entschließe bei ESSO-Wien, bezüglich der aufgelassenen Großtankstelle anzufragen.

30. August 2000

Die Austria-Presse-Agentur/ORF fragt nach Neuigkeiten. Ich berichte kurz, natürlich auch von meinem Neubeginn als Vereinssprecher. Der Redakteur wird zur Sache auch noch den Bürgermeister befragen und so wird dieser ab sofort mit der Gewissheit leben können/müssen, dass wieder mit mir zu rechnen ist.

Das Trauner Stadtmagazin erscheint und wie erwartet ist darin kein Wort bezüglich der Moschee zu finden.

5. September 2000

Na wer sagt's den!

ESSO-Salzburg (die sind zuständig) ruft an. Die Tankstelle ist sehr wohl verfügbar, das heißt mietbar. Einer Moschee würde man recht positiv gegenüber stehen und schon am 6.September 2000 erhalte ich alle Unterlagen und Pläne. Das noch ein Lebenmittelkonzern an dem Areal interessiert ist wird mir mitgeteilt.

7. September 2000

Vorsprache beim Bauamt. Ich erkläre unsere neuen Pläne und bekomme von Hrn. Klein die überwältigende Auskunft, dass die Sache geprüft werden müsse. Das er ziemlich überrascht war, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

In der Linzer Rundschau erscheint ein recht interessanter Artikel. In Traun wurde keine einzige Baufirma gefunden, welche den Teilabbruch der Moschee übernehmen würde. Erstens beschäftigen alle Baufirmen Türken (Muslime) als Arbeiter und zweitens wird mit Schwierigkeiten seitens der Moscheebetreiber gerechnet.

Unsere Proteste und die Öffentlichkeitsarbeit haben doch viel gebracht, auch wenn wir jetzt als säbelrasselnde Bewacher einer Moschee dastehen. Doch auch wir haben schon längst den Säbel mit dem Computer vertauscht. Entspricht einer modernisierten Version von: Die Feder ist mächtiger als das Schwert.

Aber: Der Bürgermeister sucht jetzt nach Baufirmen welche nicht in Traun beheimatet sind und vielleicht doch noch den Abbruch durchführen würden. Ob er da unseren Bekanntheitsgrad über die Stadtgrenzen hinaus nicht doch etwas unterschätzt?

Ich bitte vielmals um Verzeihung, aber etwas Häme muss doch erlaubt sein.

9. September 2000

Vereinssitzung. Der ESSO - Plan wird gutgeheißen. Pläne sind im entstehen und nach dem O.K. durch die ESSO könnte alles recht rasch gehen. Die Lage des Grundstückes erweist sich als nahezu ideal für uns, keine Einspruchsrechte seitens der Anrainer, genügend Parkplätze, und das bestehende Großflugdach der ehemaligen Tankstelle könnte in den Neubau übernommen werden. Das begeistert wieder unseren Gesprächspartner von der ESSO, da sich sein Konzern rund 3-400.000 ATS an Abbruchskosten ersparen würde.

11. September 2000

Neuerliches Gespräch mit ESSO.

Grundsätzliches Ja zu einer Amietung durch uns, es muss aber am Wochenende (16./17.September) noch der Konzernvorstand sein O.K.dazu abgeben. Wir dürften gewonnen haben.

Wir informieren die Presse und können schon einen vorläufigen Plan präsentieren. Der Plan wird von hochbegabten Muslimen innerhalb von Stunden fertiggestellt. Unser aller Dank sei hiermit ausgedrückt.

Ein Brief geht an das Stadtamt Traun, mit der Bitte um Begutachtung unserer Pläne.

Darin wird auch der Wunsch / die Absicht geäußert, dass bei positiver Beurteilung eine rasche Übersiedlung in den Neubau erfolgen könnte und wir würden das Gebäude der "alten" Moschee unverzüglich wieder in ihren Originalzustand versetzen. Und dies alles könnte ohne viel Aufhebens über die Bühne gehen.

Am gleichen Tag:

Drei Leute von einer Baufirma besichtigen die Moschee. Sicherlich wegen der Abbrucharbeiten. Es ist aber niemand da, der sie dazu befragen könnte.

Der Hausbesitzer drückt mir ein Schreiben in die Hand. Es ist die neuerliche Aufforderung die Um- und Zubauten zu beseitigen, da dies sonst auf unsere Kosten von Fremdfirmen geschehen würde. Na das ist nichts Neues!

12. September 2000

Unser Obmann kann's nicht lassen. Er hat für den 13. d.M. einen Termin beim Bauamt bekommen. In einem "zufälligen" Gespräch mit Osman Cetinkan (*) hat er nämlich erfahren, wie sauer die Behörde, das Stadtamt, der Bürgermeister etc. wegen meines neuerlichen Engagement für die Moschee sind. Soll er ruhig "entsäuern".

(*) Siehe auch unter "Februar 2000" und "4. Juli 2000"

Der ESSO - Moschee - Plan wird in der Moschee angeschlagen.

Die APA (Austria-Presse-Agentur) wird berichten. Vorher will der Redakteur noch ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen.

Neuerliches Gespräch mit unserem Anwalt wegen des gestrigen, dreiköpfigen Besuches der Baufirma. Der Anwalt hält ein überfallsartiges Niederreißen der Moschee für gesetzlich ausgeschlossen.

13.September 2000

Gesprächstermin unseres Obmanns wird vom Bauamt auf unbestimmte Zeit verschoben. Heftige Vorwürfe seitens der Behörde in Richtung Obmann, weil ich wieder als Sprecher fungiere. Osman's Antwort: "Er hilft uns!"

Das Regional Fernsehen bekommt keine Stellungnahme vom Bürgermeister. Hr. Rohrhofer von der APA kann ihn ebenfalls nicht erreichen. Ein anderer Redakteur gibt nach unzähligen Versuchen entnervt auf. Muss wohl nachdenken, der Herr Bürgermeister!

ORF filmt dann bei uns und berichtet um 19.00 Uhr in einem sehr guten Bericht.

14. September 2000

Hr. W. von ESSO ruft an. Seine Firma hat gegen uns entschieden. Ich versteh's nicht, aber ich begreife.

Begründung: Wirtschaftliche Überlegungen. Wir hätten zwar das Höchstangebot gemacht, aber........eben wirtschaftliche Überlegungen.

Wie schon oben: Nicht zu verstehen, aber zu begreifen, zu erahnen.

Aber nein, nicht doch, nie und nimmer! Eine Intervention der Stadtgemeinde hat niemals stattgefunden. Ach so, natürlich!

Mich hat ESSO als Kunden verloren. Das dürfte aber ihre wirtschaftlichen Überlegungen nicht beeinflussen.

APA/ORF: Schon 15 Minuten nach dem ESSO- Anruf werde ich telefonisch befragt und muss wohl oder übel unser Scheitern eingestehen. Das Timing kann purer Zufall gewesen sein, aber irgendwie glaub' ich nicht daran.

Unterdessen berichtet nahezu die gesamte österreichische Presse in den Tageszeitungen von der geplanten "neuen" Moschee in Traun. Wie schnell sich doch etwas überlebt. Ein Satz aus meinem Brief an das Stadtamt wird einige Male zitiert und liest sich für den bereits Wissenden wie blanker Hohn: "Wir sind sicher, dass eine bildschön anzusehende Moschee das Ortsbild von Traun bereichern wird, und noch sehr lange vom Toleranzdenken der Verantwortlichen Zeugnis ablegen wird."

Geschrieben, gedruckt und schon der Schnee vom vergangenen Winter.

Der Rundfunk berichtet schon kurz darauf, das Regionalfernsehen etwas später.

15. September 2000

Nicht mehr so viele Tageszeitungen wie Gestern berichten über das "Aus" der neuen Moschee.

Zwei Anrufe mit Angeboten für einen neuen Standort kommen von privater Seite. Einer scheidet sofort aus, einer muss geprüft werden.

Die Stimmung beim Freitagsgebet ist den Umständen entsprechend.

Morgen - Krisensitzung.

16. September 2000

Krisensitzung - absolute Ratlosigkeit.

Der Obmann will in der kommenden Woche, gemeinsam mit unserem Anwalt und mir, neuerlich beim Bauamt vorsprechen. Von der Präsenz des Anwaltes verspricht er sich viel. Ich kann ihm nur eine hohe Anwaltsrechnung versprechen.

Aber: Versuchen können wir's, nur ob's was bringt?

Zu dem einen Angebot habe ich trotz Zusage noch keine Stellungnahme erhalten. Also rufe ich an. Die Besitzerin will selbst auf der Gemeinde vorsprechen und die Machbarkeit ausloten. Viel Glück Frau Z.

Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf. So heißt es doch? Vielleicht dürfte ER es mir in der Schlaflosigkeit gegeben haben. Irgendwann in der Nacht fällt mir wieder die Geschichte mit der unbenutzten Halle, der "8 - Millionen-Leiche im Keller" der Stadt Traun ein.

Zur Erläuterung:

Irgendwann im Jahre 1999 versendet die "Liste Traun", jetzt "Die Grünen", ein Info über nahezu Unglaubliches. Das Unglaubliche ist aber nichts als die reine Wahrheit.

Ich zitiere wörtlich:

8-Millionen-Leiche im Keller - Die unbenutzte Halle

Im Februar (1999) waren es 5 Jahre, dass die Stadt Traun die Liegenschaft in der Bahnhofstraße 34 angemietet hat. 1,5 Millionen Schilling hat die Gemeinde bisher an Miete bezahlt, 6 bis 7 Millionen werden noch bezahlt werden müssen. Wofür? Für eine Halle, die seit 5 Jahren leer steht, für die man keine Verwendung hat, bei der man aber aus dem 25-Jahre-Vertrag nicht aussteigen kann.

Nachdem uns diese Information bekannt war, haben wir natürlich, schon damals, versucht die Halle und das dazugehörige Grundstück (2384 m2) zu bekommen. Alle Anfragen wurden negativ beschieden. Zuerst, so war zu erfahren, müsste die Halle renoviert werden. Da hat der Bürgermeister ja dann eine schöne Ruine für teures Geld gemietet. War ja doch nur eine Ausrede, denn bis heute ist nichts geschehen.

Dann, so wurde uns ein wenig später mitgeteilt, war das Einverständnis des Besitzers nicht zu bekommen.

Resümee: Die Gemeinde Traun mietet zu Horrorpreisen eine Ruine und braucht für die weitere Verwendung auch noch die Einwilligung des Besitzers. Daher lässt man sie lieber leerstehen.

So kann's doch nicht gewesen sein, meine Herrn Verantwortlichen! So doch nicht!

18. September 2000

Ein freundlicher Brief geht an den Trauner Bürgermeister mit der Bitte uns die Leiche, Verzeihung, die Halle zu überlassen. Jetzt heißt es gespannt warten, ob es noch eine dritte Version für eine Verweigerung geben könnte. Das wir immer angeboten haben, alle Kosten zu übernehmen, soll nur nebenbei erwähnt werden.

Am gleichen Tag schreibe ich auch noch vier Briefe an die Botschaften von Libyen, Saudi-Arabien, Vereinigte Emirate und Kuwait. Ich erkläre unsere Situation, die Gangart des Ölmultis ESSO und bitte um Hilfe bzw. Intervention. Mir ist klar, dass es ein kläglicher Versuch ist, doch unversucht will ich es auch wieder nicht lassen. Was sind schon vier Briefe.

19. September 2000

Ein wenig überraschend ruft die Besitzerin des Grundstückes, Frau Z. an. Sie teilt mir mit, das das Bauamt nach Vorlage unserer Pläne, die Angelegen prüfen würde. Einem Minarett steht man allerdings schon jetzt ablehnend gegenüber. Das ist im Moment mehr als zu erwarten war.

21. September 2000

Anruf bei Bürgermeister S. Ich möchte wissen ob er über meinen freundlichen Brief bzgl. der "Gschielhalle" gesprächsbereit ist. Seine Sekretärin - Frau Schwarz diesmal - verspricht ihn diesbezüglich zu fragen und mich dann anzurufen.

Ein Besuch im Bauamt wegen einer Kopie aus dem Verbauungsplan für das neuerlich angepeilte Projekt (Grundstück der Frau Z.) bringt ein überraschendes Treffen mit dem Bauamtsleiter, Hrn. Ing. Reisinger und Hrn. Ing. Gillesperger. Nach anfänglichen, misstrauischem Abtasten, begleitet von "gemäßigten" gegenseitigen Beschuldigungen, kommt ein überaus fruchtbares Gespräch zustande.

"Durch's Reden kommen die Leut' zusammen!" Einzig der Bürgermeister dürfte das noch immer nicht wissen. Seine Mitarbeiter wissen es dagegen sehr wohl.

Aber weiter:

Natürlich ist da vordergründig die Klage über die Medienpräsenz unsererseits. Der Druck der daraus entstanden ist, belastet die Leute doch sehr.

Wir schließen ein Stillhalteabkommen.

Unsererseits: Keine (für die Gemeinde) negativen Meldungen an die Medien.

Ihrerseits: Kooperatives Entgegenkommen in allen Bereichen.

Na also!

Auch die "Gschielhalle" wird wieder angesprochen. Daran wird aber noch gearbeitet. Das Bauamt bittet um Geduld.

Schade, in diesem Punkt wäre ich dem Bürgermeister gerne medial "auf die Pelle gerückt".

Aber abgemacht ist abgemacht!

Erste Gespräche, erste Pläne über das Projekt "Mescid Üll-Aksa Camii" auf dem Grundstück der Frau Z. werden geführt, bzw. gemacht. Jetzt haben wir plötzlich zwei Eisen im Feuer.

Gut, sehr gut sogar!

Am Montag den 25. September 2000 findet ein Sprechtag unseres Landeshauptmannes, Dr. Josef Pühringer, in Traun statt. Unser Obmann und ich werden dort vorstellig werden und versuchen eine Lösung bzgl. des scheinbar immer näher rückenden Teilabbruchs unserer jetzigen Moschee zu suchen. Vielleicht kann er uns helfen.

Anmerkung: Anläßlich des Sprechtages werde ich dem Landeshauptmann die gesamte Chronologie übergeben. Nachdem Dr. Pühringer, so wie ich gebürtiger Trauner ist, und wir uns seit Kindheittagen kennen, duzen wir einander.

Lieber Freund!

Wenn Du diese Chronik gelesen hast, wirst Du unsere/meine Sorgen besser verstehen können. Sicher ist, dass auch wir nicht immer die glücklichste Hand in diversen Dingen gehabt haben, aber da hat vordringlich das Herz, das Gefühl gesprochen und nicht wohldurchdachte Überlegungen. Mir liegt sehr viel an diesen moslemischen Menschen und das sollte unser aller Anliegen sein. Nur-Ausgrenzung, Nur-Nichtbeachtung, Nur-Vertreibung, sind keine Lösungen. Und doch geschieht es. Hier in Traun und überall. Die zweite, dritte Generation der Zuwanderer ist da und noch immer wird das Trennende hervor gehoben, und nicht das Gemeinsame. Ich habe in der Trauner Chronik deutliche Parallelen gefunden. Evangelische, sogen. "Lutherische" waren den lieben Vorfahren genauso suspekt, wie dann die "Kopftüchlweiber" aus dem Banat, aus Siebenbürgen. Jetzt sind halt die Moslems bei den Leuten "suspekt". Ich kenne Sie, habe sie kennenlernen dürfen und kann daher immer nur den Ausspruch unterstreichen : "Fremd ist ja nur was wir nicht kennen!"

Also sollten wir uns kennen lernen. Und gerade das betrachte ich als meine Aufgabe. Nur dazu bedarf es einer Plattform, einer Grundlage. Und das ist nun mal eben eine Moschee. Eine schöne Moschee, kein Loch in irgendeinem Bauernhof. Dann können diese Leute sich gleichwertig neben Christen, Juden, Zeugen Jehovas u.v.m. hinstellen und sagen: "Wir zeigen euch unsere Welt, unseren Glauben, und ihr macht das genauso".

So lernen wir einander kennen. Wir finden aber nicht zusammen wenn man sogar das kleinste Stück einer Plattform, einer Grundlage, so wie jetzt das Lokal, die Moschee in der Bahnhofstraße zerstört.

Ich kann den Leuten nicht erklären, warum sie ihre jetzige liebevoll adaptierte Moschee verlieren sollen. Sie kommen zu mir und fragen:

Warum dürfen wir die Holzkonstruktion nicht feuersicher machen, wenn es gesetzlich verlangt wird. Den Ausdruck "nicht bewilligungsfähig" verstehen sie nicht. Sie werden es auch nicht verstehen, wenn ein Teil der Moschee niedergerissen wird, der verbleibende Teil dann höchstwahrscheinlich, funktionslos, jahrelang leerstehen wird. Weil auch bei einem möglichen Nachfolgemieter nichts "bewilligungsfähig" sein wird. Und wird dieser Torso dann das Stadtbild, die Bahnhofstraße, die Fußgängerzone "verschönern"?

Sie verstehen es nicht, genauso wie auch ich, dass man in Traun nur ein paar Meter von der Fußgängerzone entfernt (hier meine ich den alten Standort unserer Moschee beim Almtalerhof, und den Standort der zweiten Moschee), unbehelligt und weit mehr feuergefährdet sein darf. Wo waren und sind die jetzt so "fürsorglichen" Stadtpolitiker?

Nach unendlich langer und schwieriger Überzeugungsarbeit ist es mir nun doch gelungen, alle, aber wirklich alle von dem Plan einer neuen Moschee zu überzeugen. Und was geschieht: Hürden über Hürden werden blitzartig aufgebaut, Ablehnung, Ausgrenzung. Und über Allem schwebt das Damoklesschwert des Abbruchs ohne jede Ersatzlösung.

Gewiss, es gibt schon wieder einen Hoffnungsschimmer, doch ich bin ein gebranntes Kind. Viel zu rasch haben sich solche Dinge in letzter Zeit wieder in Schall und Rauch aufgelöst.

Was jetzt wichtig wäre: Uns die Furcht vor einem Rausschmiss zu nehmen. Eine Verschnaufpause um planen und bauen oder mieten zu können. Und während dieser Zeit nicht ständig zittern zu müssen.

Die Abbrucharbeiten sind ausgeschrieben, irgendein geldgieriger Bauunternehmer wird sich letztendlich doch finden (Gebetshaus hin oder her) und dann werden rund 300 unmittelbar betroffene Moslems auf der Straße stehen. Und was dann? Viele tausende Menschen haben schon auf uns geschaut, schauen weiter auf uns.

Bitte suchen wir gemeinsam eine Lösung. Ich bin schon der Meinung das Traun eine schöne Moschee braucht, auch wenn alles etwas fremd sein wird.

Aber Du weißt ja: "Fremd ist ja nur was wir nicht kennen!"

In diesem Sinne bitte ich Dich unser Anliegen zu dem Deinen zu machen.

Günther "Ahmed" Rusznak

DAS ZITAT

"Die Gesellschaft muss jenen helfen, die sich nicht mehr selbst helfen können." (Nebenstehendes Zitat habe ich aus einer Tageszeitung entnommen)

GAR.

25. September 2000

Sprechtag:

Dr. Pühringer kann aus rechtlichen Gründen nichts für uns tun.

Aus freundschaftlichen Überlegungen wird es dazu von mir keine Einzelheiten und keinen Kommentar geben.

Bitte um Verständnis.

Eine Ausnahme sei aber doch gestattet:

Zufällig habe ich von Dr. Pühringer erfahren, dass der Trauner Bürgermeister anläßlich der Eröffnung des "Trauner Festes" am 15. September 2000 in einer Rede auch auf unsere Moscheepläne (ESSO - Plan) eingegangen ist. Da ich von Dr. Pühringer keine Einzelheiten erfahre, wende ich mich an den Redakteur der "Rundschau" und der erinnert sich noch recht gut.

Sinngemäßer Wortlaut bei der Eröffnungsrede:

"Wie würde das den ausschauen, eine Moschee, ein Minarett am Ortseingang von Traun? Schon aus optischen Gründen müsse er das ablehnen".

Zu seinen "optischen" Bedenken:

Bundesstraße B 139 (alt) durch Traun.

Ortsein(aus)gang Nord: Ein Bordell.

Ortsein(aus)gang Süd: Ein Bordell.

Zwischendrinnen: Ein Bordell.

Alle mit Lichtwerbung und z.T. Fassadenbeschriftung.

Natürlich alle ohne Minarett. Ob's daran liegt?

Und später im Bierzelt hört der Redakteur dann noch:

"So eine Riesenmoschee ist selbst für den gesamten oberösterreichischen Raum zu groß!"

Da wird er wohl schon zu tief in's Glas geschaut haben, unser "allzeit sehr geschätzter" Herr Bürgermeister. Denn in seinem Kopf muss sich die Moschee, welche nur für Trauner Verhältnisse ausreichend Platz geboten hätte, in's Unermessliche aufgebläht haben.

Armer Quimby!

26. September 2000

Urgenz der Urgenz der Anfrage vom 18.9.2000

Neuerlicher Anruf im Bürgermeisterbüro bzgl. meiner schriftlichen Anfrage wegen Überlassung der "Gschielhalle" an unseren Verein. Die Sekretärin, Fr. Schwarz kann mir immer noch nichts sagen, aber sie wird sich verläßlich bei mir melden.

28. September 2000

Auch die Sache mit dem Haus in der Bahnhofstraße 43 wird weiter verfolgt. Unser Anwalt ist nämlich der Meinung, dass keines der Argumente des Bauamtes gegen eine Ansiedlung unserer Moschee in diesem Haus stichhaltig sei. Er hält das Ganze für einen simplen Versuch, uns von diesem Standort fernzuhalten. Er wird ein Rechtsgutachten der Landesregierung einholen, zumal es einen Präzedenzfall in Linz geben soll.

Lassen wir uns überraschen!

Zwischenzeitlich "brüte" ich über dem Verbauungsplan der Stadt Traun und sondiere die Möglichkeiten für einen Moscheeneubau auf dem Grundstück der Frau Z. Die ganze Sache ist um Nummern zu groß für unseren Verein und daher müssen Partner gesucht werden. Erster Ansprechpartner ist die Islamische Glaubensgemeinde für Oberösterreich und Salzburg und ihr Chef M.M.Hanel. Es findet ein Sondierungsgespräch am

3. Oktober 2000

statt. Nach einem überaus positiven Gedankenaustausch übernehme ich den Auftrag, einen Vorvertrag mit Frau Z. auszuhandeln, um ein Abspringen ihrerseits zu verhindern.

Anruf bei Frau Z: Alles klar, sie will aber ihren Sohn dabeihaben und wird sich, sobald dieser Zeit hat, bei mir melden.

4. Oktober 2000

Dritter Anruf im Bürgermeisterbüro, bei Frau Schwarz. Sie zeigt sich sehr überrascht, dass ich von der nun zuständigen Bauabteilung nicht schon längst kontaktiert worden bin. Sie will der Sache nachgehen.

Immer die selben Spielchen!

Zwischendurch:

Die Stadtzeitung "aktuell und wissenswert" erscheint wieder einmal.

Seite 2 - Der Bürgermeister informiert:

Dieses erfreuliche Dankschreiben einer Traunerin (direkt an den Bürgermeister) bedeutet aber auch, dass wir Kommunalpolitiker mit der einstimmigen Ablehnung eines Supermarktes in direkter Nachbarschaft des Lebenmittelgeschäftes Oppermann im Sinne unserer Traunerinnen und Trauner gehandelt haben.

Jetzt wird man sich fragen, was dies alles mit unserer Moschee zu tun haben könnte.

Werter Leser!

Zwei Varianten stehen zur Auswahl. Eine lustige, eine weniger lustige. Fangen wir mit letzterer an:

Die aufgelassene ESSO - Tankstelle welche wir als mögliche Moschee umbauen wollten, ehe unter sehr fragwürdigen Umständen eine Absage des Besitzers unsere Pläne zunichte machte, wird nun ein Supermarkt werden. Im absoluten Nahbereich befinden sich aber ebenfalls zwei kleine Lebenmittelhändler, welche nun um ihre Existenz bangen müssen.

Egal, Hauptsache keine Moschee. Hier handeln die verantwortungsbewussten Kommunalpolitiker wieder einmal ganz anders, als sie in dem Stadtblättchen vorgeben.

Jetzt aber die lustige Varinate, den das Leben spielt auch Politikern so seine Streiche:

Der verhinderte Supermarkt, welcher zu Gunsten des Lebensmittelhändlers Oppermann "abgewürgt" wurde, sollte auf dem Grundstück........Trommelwirbel.......der Frau Z. errichtet werden. Frau Z. hat dann aus Ärger über die "Stadtväter", den Grund uns angeboten.

Es darf gelacht werden. Aber bitte nicht zu laut, da unserem "allseits sehr geschätzten" Bürgermeister auch hier, sicher eine Gegenstrategie einfallen wird. Im Augenblick ahnt er wohl noch nichts von den Verhandlungen mit Frau Z.

7. Oktober 2000

Vereinssitzung:

Obmann - Neuwahl am 4. November 2000 wird verlautbart. Obmann Osman Gülec ist in diesem Jahr "müde" geworden und will nicht weiter machen. Ich frag' mich nur, wann darf ich "müde" werden?

Bericht der aktuellen Lage. Abwarten und Teetrinken.

Interessantes Detail am Rande: Das Bauamt hat unseren Obmann für den 5. Oktober zu einem Gespräch eingeladen. Bedingung: Er muss ohne Günther Ahmed Rusznak (zur Erinnerung, das bin ich) kommen.

Spielchen, Spielchen!

Der Obmann ist nicht hingegangen. Kommentar überflüssig.

9. Oktober 2000

Vierter Anruf im Bürgermeisterbüro bei Frau Schwarz wegen der verwaisten "Gschielhalle". Wie immer ist sie die Freundlichkeit selbst.

Zuerst habe die Sache Hr. Ing. Reisinger vom Bauamt zur Bearbeitung bekommen. Er hat mich diesbezüglich auch anrufen wollen, ist aber nur bis zu meinem Anrufbeantworter gekommen. Und mit einer Maschine spricht Hr. Ing. Reisinger nicht. So ein Technikverweigerer, der Herr Ingenööör!

Jetzt wird aber die Angelegenheit von Hrn. Eckersdorfer bearbeitet.

Anruf bei Hrn. Eckersdorfer:

Ja, er hat den Brief zur Bearbeitung bekommen und soll ein Antwortschreiben verfassen. Nur......, er weiß nicht was er schreiben soll. Erst nach Rücksprache mit dem Bürgermeister wird er eine Antwort geben können. Er bittet um Geduld.

10. Oktober 2000

Nochmals schreibe ich die vier arabischen Botschaften an, welche sich bis jetzt in eisernes Schweigen hüllen. Nichts unversucht lassen ist die Devise!

12. Oktober 2000

Kaum zu glauben aber wahr:

Ein Antwortbrief von Bürgermeister Schlögl bzgl. der "Gschielhalle" trifft ein. Freundlich, recht freundlich, wirklich, eigenhändig unterzeichnet, alle Achtung, aber....... ...........nichtssagend. Es wird geprüft.

Jetzt nach sechs Jahren, in denen die Halle leerstand. Aber er hat ja noch neunzehn Jahre vor sich, denn so lange läuft der Mietvertrag noch. 19 Jahre und 8 Millionen ATS an Steuergeld lang.

13. Oktober 2000

Frau Z. verschiebt die Verhandlungen aus gesundheitlichen Gründen auf unbestimmte Zeit.

16. Oktober 2000

Heute ist es doch zu einem persönlichen Erstgespräch mit Frau Z. gekommen. Ihr Sohn war dabei. Grundsätzlich gibt es keine Probleme und unser Anwalt soll den Vorvertrag aufsetzen. Frau Z. wird ihn dann prüfen, ggf. ergänzen/ändern und unterschreiben.

18. Oktober 2000

Gespräch mit M.M.Hanel.

Zur Erinnerung: Hr. H. ist Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde Linz für Oberösterreich und Salzburg und stellvertretender Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich mit Sitz in Wien.

Die Islamische Religionsgemeinde wird das Projekt Z. übernehmen. Ein Anwalt soll mit der Ausarbeitung des Vorvertrages beauftragt werden. Das große Werk kann beginnen. Insallah!

Grundsätzlich sind sich alle Beteiligten darüber klar, dass die IG-MG, also die Trauner Brüder in das Projekt einbezogen werden müssen. Vielleicht besteht auch noch die Möglichkeit der Einbindung der zweiten Trauner Moschee. Das wäre dann der Idealzustand.

Bis jedoch das Großprojekt eine neue Bleibe sein könnte, muss weiter um eine Zwischenlösung für die "Mescid-Üll Aksa Camii" gesucht werden. Unser ursprüngliches Problem ist somit weder gelöst noch kleiner geworden.

20. Oktober 2000

Hr. Dr. Wolfgang Wieshaider von der Uni, Wien, Institut für Recht und Religion kommt zu Besuch und informiert sich vor Ort über den Problem- und Rechtsfall "Moschee Traun".Er wird bei einem Vortrag in Potsdam vor internationalem Publikum u.a. auch von diesem Rechtsstreit berichten, für den er teilweise nur ein ungläubiges Kopfschütteln erübrigen kann. Und er schüttelt seinen Kopf nicht etwa über uns.

7. November 2000

Die Obmannwahl ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der Obmann und einige Vereinsmitglieder beharren auf dem Ankauf des Hauses in der Bahnhofstraße 43. Ich kann nur erneut vor "Schnellschüssen"warnen.

8. u. 9. November 2000

Beginn der Detailgespräche mit M.M. Hanel. Er ist skeptisch und unsicher geworden, ob es ein Gelingen des Projektes Z. geben kann. Es gibt interne Machtkämpfe innerhalb der Islamischen Glaubensgemeinde.

Dessen ungeachtet wird ein Rechtsanwalt nun endgültig mit der Erstellung des Vorvertrages beauftragt.

9. November 2000

Eine neue "Sudelschrift" der FPÖ geht an alle Trauner Haushalte. Mit unserer Moschee befasst man sich so gut wie nicht mehr, aber man will das "AUSLÄNDERPROBLEM IN DEN GRIFF KRIEGEN !!!"

Diesmal lässt der FPÖ - Vizebürgermeister einige seiner Mitläufer "hetzen". Schließlich müssen sie es ja auch lernen bzw. müssen sich perfektionieren. Und sie machen ihre Sache für die FPÖ recht gut, sollte man meinen, wenn da nicht ein gravierender Widerspruch wäre, wenn da nicht schon wieder der Kampf mit der Rechtschreibung wäre, wenn.......

Ja wenn alles einen Sinn ergeben würde, wenn da nicht pure Agitation, Irreführung, Verleumdung und primitivster Populismus wäre. Ja wenn....

Ich habe die Medien und alle interessierten Institutionen mittels einer Aussendung von dieser Ungeheuerlichkeit informiert.

11. November 2000

Der Hausbesitzer (die Fa. Graumann) bekommt von der Bezirkshauptmannschaft die vom Trauner Bürgermeister eingeholten Kostenvoranschläge für die Beseitigung der Moschee zugesandt. Wir als Moscheebetreiber, als Mieter existieren für die Behörde überhaupt nicht mehr. Wir sind nurmehr zu "beseitigen".

Billigstes Beseitigungsangebot: Über ATS 100.000.--

Unser Obmann glaubt noch immer nicht, dass wir das letztendlich selbst bezahlen werden müssen. Ich versuche ihm die Gesetzeslage zu erklären, aber es hilft nichts.

Schrecklich ist nur, dass wir jetzt zum anonymen Rechtsfall geworden sind. Niemand interessieren noch die fadenscheinigen Argumente der Bescheide, mit denen die Verantwortlichen sich den jetzigen Rechtsstatus zusammengezimmert haben. Niemand fragt noch, warum und wieso? Es ist zum Verzweifeln.

15. November 2000

Das mediale Interesse an der "Sudelschrift" der FPÖ ist äußerst gering. Die Berichterstattung über die Seilbahnkatastrophe von Kaprun überschattet alles, verschluckt alles. Verständlich.

Auch "unsere" Katastrophe geht weiter. Wieder bekommt der Hausbesitzer ein behördliches Schriftstück von der Bezirkshauptmannschaft:

"Bescheid über die Anordnung einer Ersatzvornahme und über die Vorauszahlung der Kosten."

102.120.-- ATS soll der Hausbesitzer als Vorauszahlung erst einmal hinblättern, damit wir beseitigt werden können. D.h. beseitigt werden wir auf alle Fälle, denn nur für die Vorauszahlung gibt es ein Einspruchsrecht. Der Hausbesitzer überlegt noch ob er überhaupt berufen soll, da er ganz sicher ist, diese Kosten auf dem Rechtsweg von uns refundiert zu erhalten.

21. November 2000

Aus diesem und vielen anderen Gründen, sind nun fünf Leute wild entschlossen, das Haus Bahnhofstraße 43 zu kaufen.

Der Hausbesitzer wird nicht berufen und die verlangte Vorauszahlung für den Abbruch leisten. Er betont noch einmal mir gegenüber, dass wir letztendlich die Kosten zu tragen hätten und ich kann ihm eigentlich nur beipflichten. Nach dem Ende der Einspruchsfrist am 24.11.2000 dürfte dann sicher alles recht rasch gehen. Glaube ich zumindest. Keine Berufung, die Vorauszahlung, was könnte die Behörde da noch zurück halten? Und das ein paar Tage vor dem Ramadanbeginn. (27.11.)

Mit einem Mal zeigt sich unser Obmann recht kämpferisch:

"Wenn (sie) kommen (zum Abbruch), dann schlagen (wir sie)!

O-Zitat (verständlich gemacht).

Na das wird wohl zu verhindern sein.

22. November 2000

Die Rechtsauskunft der Landesregierung wird mir vom Vereinsanwalt zugesandt und ich werde wieder ein gutes Stück schlauer. Es bestätigt sich nämlich der Verdacht unseres Anwaltes, dass das Gutachten der Stadtgemeinde Traun nur ein simpler Versuch war, die Errichtung einer Moschee an diesem neuen Standort (Bahnhofstr. 43) zu verhindern. Das ändert natürlich doch vieles, doch die Zeit wird uns zu knapp. Einerseits die behördliche Zerstörung unseres jetzigen Standortes im Nacken, andererseits ein desolates Haus (Ruine) als Ausweichquartier vor Augen. Und in fünf Tagen beginnt der Ramadan. Um den Istzustand für Nichtmuslime, eventuell für Christen zu verdeutlichen: Es ist so als müsste ein Pfarrer fünf Tage vor Weihnachten aus seiner schönen Kirche in eine Ruine übersiedeln.

Im Moment weiß ich auch nicht was zu tun ist.

25. November 2000

Die Geheimnistuerei um das Haus Bahnhofstraße 43 nimmt schon groteske Formen an. Niemand weiß angeblich, ob das Haus nun schon gekauft (und bezahlt) worden ist oder nicht. Wie es weitergehen soll bleibt damit ein Rätsel. Also abwarten.

Mein Angebot, falls schon gekauft worden wäre, mit der Bezirkshauptmannschaft Linz - Land um einen Abbruchaufschub der jetzigen Moschee zu verhandeln, wird nicht angenommen. Dem Obmann wird mein Vorschlag (um Aufschub bitten, rasch zu übersiedeln und dann die Umbauten selbst zu entfernen) zweimal übersetzt, aber er reagiert nur mit: "Abwarten, abwarten......"

OK, soll so geschehen.

27. November 2000

Ramadan, erster Tag.

Keinerlei Aktivitäten bzgl. unseres Problems.

30. November 2000

Von der Firma Graumann (Hauseigentümer) erhalte ich die schriftliche Aufforderung an den Verein, die geleistete Vorauszahlung für den Abbruch zu refundieren. War ja zu erwarten.

1. Dezember 2000

Anruf bei der Stadtgemeinde wegen der "Gschielhalle". Der Sachbearbeiter, Hr. Eckersdorfer weiß nichts Neues.

1. Dezember 2000

Obmann Osman Gülec vor Zeugen: "Nichts machen, abwarten, warten!" Unser Anwalt soll dazu geraten haben. Es kann uns nichts geschehen! Weiterer Kommentar überflüssig.

27. Dezember 2000

Ramadan Ende.

Meine Befürchtungen bzgl. des Abbruchs der Moschee, sind gottlob doch nicht eingetroffen.

Projekt "Grundstück von Frau Z." ist nach zähen Verhandlungen unterschriftsreif. Der Vorvertrag liegt vor.

28. Dezember 2000

Kontakte zum Österreich - Obmann der IG-MG. Nimmt "Projekt Z." zur Kenntnis.

Die Bezirkshauptmannschaft beauftragt die Firma C. Stadler in Hörsching endgültig mit der Moschee - Beseitigung. Als Termin wird Mitte bis Ende Jänner genannt. Diese Info erhalte ich von der Firma Graumann. Wir als direkt Betroffene dürften der Behörde nicht einmal mehr einen Brief wert sein.

28. Dezember 2000

Wichtig:

Frau Z. hat den Vorvertrag unterschrieben.

3. Jänner 2001

Gespräch mit der Abbruchfirma Stadler. Der Abbruch ist für die letzte Jännerwoche eingeplant.

(FAX)-Bitte an die Firma Stadler, den Auftrag aus menschlichen Erwägungen abzulehnen. Wird wohl nichts nützen, aber einen Versuch ist es wert.

Gespräch mit dem Obmann:

Eine Bank prüft noch den Kreditantrag für das Haus Bahnhofstraße 43. Entscheidung bis 10.1.2001.

8. Jänner 2001

"Vermessungsarbeiten" durch das Stadtamt Traun werden in der Moschee durchgeführt. Der Grund ist nicht ganz klar, wohl aber zu erahnen. Ebensowenig klar ist aber auch die rechtliche Grundlage für dieses "ganz selbstverständliche" Eindringen. Ich werde diesbezüglich mit unserem Anwalt reden.

9. Jänner 2001

Am 28. 12. 2000 habe ich der hohen Behörde (Bezirkshauptmannschaft Linz - Land) sehr Unrecht getan. Man möge mir verzeihen. Man ist nun doch noch zu einem Dialog bereit. Heute bin ich von einem Hrn. Mag. Neumüller angerufen worden. Hr. Mag. Neumüller informierte mich, dass der Bezirkshauptmann (!) ein klärendes Gespräch aller Beteiligten wünsche. (Hausbesitzer, Stadtamt, Abbruchfirma, Bezirkshauptmannschaft, Vereinsobmann und eben ich, als Sprecher der Moschee). Natürlich geht es dabei nicht mehr um einen Verbleib der Moschee, sondern um einen geordneten Auszug mit anschließendem Abbruch. Als vorläufiger Termin ist für das Gespräch der 24. 1. 2001 geplant. Der Abbruch ist verschoben. Natürlich wieder eine Gnadenfrist für uns, aber eben nur eine kleine. Bis zum 24.1. kann sich schon wieder einiges bewegt haben. Wir danken auf das herzlichste.

11. Jänner 2001

A.) Bezüglich des Kreditantrages ist laut Osman noch keine Entscheidung gefallen.

Also: Bitte warten!

B.) Gespräch mit unserem Rechtsanwalt:

1.) Das "ganz selbstverständliche Vermessen (Eindringen)" in die Moscheeräume ist amtlich und daher gesetzeskonform. Wird zur Kenntnis genommen.

2.) BH-Termin ist mit 25. Jänner fixiert worden. Auf Wunsch des Obmanns habe ich unseren Rechtsanwalt um Teilnahme gebeten. Er wird kommen.

C.) Anruf im Bürgermeisterbüro: Diesmal bin ich wieder auf Frau Haidacher gestoßen. Erstaunt aber freundlich:

Sie wird sich bzgl. der "Gschielhalle" erkundigen und mich dann zurück rufen.

Bürgerservice pur! Schon eine halbe Stunde später ist der Rückruf da.

Aber: Es ist noch keine Entscheidung gefallen.

Also: Bitte warten!

Zur Klarstellung:

Wie bekannt, ist das Haus Bahnhofstr. 43 recht baufällig und alles andere als gut geeignet für einen neuen Moscheenstandort. Sicher nicht mehr als eine Notlösung. Daher bemühe ich mich noch immer um die weit besser geeignete "Gschielhalle".

12. Jänner 2001

Die amtliche "Einladung" der BH ist bei mir angekommen. (RSb).

Termin wie schon bekannt: 25. Jänner, 8.30 Uhr, Stadtamt Traun.

16. Jänner 2001

APA/ORF Anruf: Herr Rohrhofer hat Informationen über den Gesprächstermin am 25. Jänner 2001. Also ich wasche meine Hände in Unschuld, von mir hat er diese Information sicher nicht.

Daher: Hut ab! Ein wirklich guter Journalist.

Wir vereinbaren, dass ich ihn nach dem Gespräch informiere.

23. Jänner 2001

Zwei Leute aus der Moschee haben das Haus Bahnhofstraße 43 nun privat gekauft. Die Finanzierung steht aber noch nicht 100 %ig. Sie wollen das Haus für unsere Zwecke zur Verfügung stellen. Der Hintergedanken ist der, das damit eine gewisse Anonymität und ein besserer Schutz vor Anfeindungen entstehen soll. Da das Haus wirklich nur eine Notlösung für den "Fall der Fälle" darstellen kann, soll ich mich weiter um die "Gschielhalle" bemühen. Sollten wir diese bekommen, will man das Haus dann später zu einem islamischen Frauentreffpunkt umbauen.

24. Jänner 2001

15.30 Uhr: Kontrolle durch zwei Gendarmeriebeamte. Ich bin anwesend, da ich unserem Hoca um diese Zeit immer Deutschunterricht gebe. Zugegeben, alles verläuft sehr freundlich. Sie nehmen meine Daten auf, alles, wirklich alles, und verlangen eine Liste des Vereinsvorstandes. Was da wohl wieder dahintersteckt? Zufall oder doch vielleicht eine leichte Einschüchterung wegen des morgigen Gesprächs?

25. Jänner 2001

Es ist soweit. Stadtamt Traun. Treffen mit Mag. Neumüller (BH-Linz-Land), dem Vertreter des Hausbesitzers samt Anwalt, dem Abbruchunternehmer Stadler, und Mag. Gillesberger von der Bauabteilung. Natürlich ist auch unser Anwalt da und ich. Nur unser Obmann "glänzt" durch Abwesenheit.

Wie erwartet geht es vordergründig um den Abbruch der Moschee. Der Bezirkshauptmann selbst hat dieses Gespräch angeordnet, was sonst eigentlich nicht üblich ist. Die Besorgnis der "hohen" Behörde vor "unkontrollierbaren Ungesetzlichkeiten" seitens der Moslems ist unüberhörbar und ich werde mehrmals auf strafrechtliche Konsequenzen aufmerksam gemacht. Das ist aber nur ein Teil des Gesprächs. Wichtiger erscheint noch die Festlegung eines naheliegenden Abbruchtermins. Ich bringe die vage Zusage von Bürgermeister Dr. Schlögl bezüglich der "Gschielhalle" in's Gespräch und alle Beteiligten sind sich sofort einig, das ein Umzug in diese Halle und gleichzeitige Demontage des jetzigen Standortes durch uns selbst, die vorteilhafteste Lösung darstellen könnte. Verzeihung, nicht alle. Verständlicherweise gefällt diese neue Variante dem Abbruchunternehmer nicht besonders, aber er würde sie akzeptieren und auch der Gemeindevertreter meldet Bedenken an. Er versucht vergeblich entscheidungsberechtigte Personen aufzutreiben - vergeblich - und so wird vorerst ein Kompromiss geschlossen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Bürgermeister wird der Abbruch kurzfristig zur Klärung offener Fragen aufgeschoben. Ich bekomme einen Termin für ein klärendes Gespräch mit dem Stadtamtdirektor (der Bürgermeister redet immer noch nicht mit mir) und zwar am 1. 2. 2001 um 8.3o Uhr. Das war's dann auch schon. Die Meldung über den Stand der Dinge gebe ich wie versprochen an die Austria-Presse-Agentur weiter.

Im "small talk" wird auch über das Haus Bahnhofstrasse 43 gesprochen. Unser Anwalt und der Gemeindevertreter wissen ja noch nicht, das zwei Leute von uns das Objekt gekauft haben. Hr. Mag. Gillesberger gibt so beiläufig von sich, das es mit dem Gutachten der Landesregierung schon seine Richtigkeit haben könnte. Die Stadtgemeinde könne aber so ein Projekt jederzeit mit der rigorosen Vorschreibung von PKW-Abstell(park)plätzen zum Scheitern bringen. Das ist mehr als deutlich und zeigt recht klar, die generelle Einstellung gegenüber unseren Projekten.

26. Jänner 2001

Die Zeitungen berichten, der regionale Rundfunk meldet. Aber auch der Bürgermeister hat bereits seine Stellungnahme abgegeben. Er ist nicht gewillt die "Gschielhalle" heraus zurücken. Wieder bringt er ein geplantes Jugendzentrum in's Spiel, welches aber an diesem Platz schon vor langer Zeit(!) von den Jugendvertretern abgelehnt worden war. Er lügt ganz bewusst. Ein wirklich böses Spiel was er da treibt. Im gestrigen Gespräch mit Mag. Gillesberger war nämlch noch etwas anderes zu hören: Ende März soll im Gemeinderat über die "Gschielhalle" gesprochen werden. Und so war auch der Brief des Bürgermeisters an mich zu verstehen. Und die ewigen Vertröstungen. Aber plötzlich ist schon alles entschieden. Ein windiger Politiker unser Quimby!

Durch die mediale Berichterstattung ist wieder einmal ein Hausbesitzer auf unser Problem aufmerksam geworden und bietet mir ein freiwerdendes Geschäftslokal als neuen Moscheenstandort an. Ich traue meinen Ohren nicht, als er mir die Adresse nennt: Trauner Hauptplatz, gegenüber dem Stadtamt, gegenüber der Stadtpfarrkirche. So etwas ähnliches hatten wir doch schon in Haid/Ansfelden. (Siehe 7. Juli 2000).

Ich werd's mir jedenfalls anschauen.

29. Jänner 2001

Erstes Gespräch mit dem Besitzer des Lokals am Trauner Hauptplatz. Die Räumlichkeiten wären nahezu ideal für eine Moschee geeignet, die Miete ist zwar hoch, aber der Lage angemessen.

Ich nehme Kontakt mit einigen Leuten von der Moschee auf und wir schauen uns gemeinsam das Lokal an. Die Stimmung ist bestens, um nicht zu sagen euphorisch, so gut gefallen die Räumlichkeiten.

30. Jänner 2001

Gespräch mit Hrn. Dipl. Ing. Reisinger vom Bauamt bzgl. des angepeilten neuen Standorts. Erste Aussage von ihm: Gut möglich, eigentlich keine baurechtlichen Bedenken. Er will aber alles exakt überprüfen lassen und wird mir dann kurzfristig Bescheid geben. Wenn uns da ja nur nicht unser "sehr geschätzter" Herr Bürgermeister in die Suppe spucken wird!

Für den 4.2.2001 ist nun endgültig die Obmannwahl angesetzt worden.

Es gibt zwei Kandidaten. Einer ist für den neuen Standort am Hauptplatz und den späteren Umbau des Hauses Bahnhofstraße 43 in ein Frauenzentrum, der andere ist strikt dagegen und will lediglich in das schreckliche Haus übersiedeln. Wir werden sehen!

Ich erhalte eine Einladung der Iranischen Botschaft in Wien. Ich bin geschmeichelt und neugierig. Und nervös.

1. Februar 2001

Gespräch mit Stadtamtdirektor Dr. Wojak. Es ist dies ein äußerst nettes Gespräch, aber ohne nennenswertes Ergebnis. Als Beamter ist er an die Weisungen des Bürgermeisters gebunden.

4. Februar 2001

Obmannwahl. Eigentlich keine richtige Wahl. Einer der beiden Kandidaten hat seine Kandidatur zurück gezogen, und nach türkischem Demokratieverständnis ist halt der andere unser neuer Obmann.

Es ist leider nicht mein Kanditat. Also Bahnhofstraße 43.

Schade, wirklich schade!

6. Februar 2001

Fast kein Tag ohne Neuigkeiten.

Dr. Wojak, Stadtamtdirektor von Traun ruft mich an. Zum ersten hat er bei unserem Gespräch am 1.2.2001 erkennen müssen, dass er ein völlig falsches Bild von mir vorgesetzt bekommen hat. Da dürften mich doch einige Leute aus seiner Umgebung, recht "madig" gemacht haben. Aber das ist nicht der Hauptgrund seines Anrufs, denn zum zweiten hat er in Erfahrung gebracht, dass die ÖVP, die Grünen und die BPT, einer Lösung unseres Problems mit der "Gschielhalle" im Gemeinderat zustimmen würden. 12 Stimmen für uns, aber leider immer noch 25 Stimmen gegen uns bzw. noch nicht entschieden. 17 SPÖ Stimmen und 8 FPÖ Stimmen. Schaut nicht gut aus.

Ich werde einmal sondieren.

7. Februar 2001

Hr. Mag. Neumüller (BH-Linz-Land) ruft an. Ich erkläre ihm die momentane Lage. Er will noch ein wenig zuwarten, aber letztendlich sieht er schon einen kürzerfristigen Handlungsbedarf seinerseits. Was soviel heißen soll, dass unsere Tage in der jetzigen Moschee gezählt sind.

9. Februar 2001

Einladung in die Iranische Botschaft anläßlich des Nationalfeiertages. Ein versuchtes, ausführliches Gespräch mit dem Botschafter ist nicht zustande gekommen. Bei dem Wirbel war dies auch weiter nicht verwunderlich. Ich kann ihm aber einen Brief und die Chronologie der Moschee übergeben und hoffen, dass er das auch lesen wird. Alles war recht beiendruckend und meine anfängliche Nervosität war wirklich unnötig.

10. Februar 2001

Vereinsversammlung. Für den Kauf des Hauses Bahnhofstraße 43 fehlen noch immer 1,2 Mio. ATS. Wirklich kein kleiner Brocken. Aber es ist eine gewisse Zuversicht da, dass die Finanzierung doch noch klappen könnte. Für die Übernahme der "Gschielhalle" von der Gemeinde, rechnen wir uns realistischerweise nur mehr wenig Chancen aus. Aber eine kleine Hoffnung bleibt.

11. Februar 2001

Ich rufe die BH Linz Land an um die Lage zu sondieren. Der Trauner Bürgermeister hat bereits einen Brief an die zuständige Stelle gesandt, in dem er mitteilt, dass eine Übernahme der Halle durch uns, für ihn nicht in Frage käme und er eine schnelle Durchführung des Abbruchs fordert. Der Mann hat's aber wirklich eilig.

Damit ist natürlich für die Behörde endgültig der "Handlungsbedarf" gegeben und der Beamte, Hr. Mag. Neumüller nennt mir auch schon den 5.März als endgültigen Abbruchtermin. Als ich ihn darauf aufmerksam mache, dass am 5. März das zweithöchste islamische Fest beginnt, nämlich das viertägige "Kurban Bayrami (Opferfest)" meint er nur lapidar: "Das ändert nichts, denn irgendetwas wird immer dazwischen kommen."

Ich versuche einen "Testanruf" im Bürgermeisterbüro. Die Sekretärin, Frau Haidacher erklärt mir, dass bezüglich einer Überlassung der "Gschielhalle" noch keine Entscheidung gefallen sei, aber sie wird nochmals fragen und mich dann zurückrufen. So ein falsches L..... Tut so als ob sie den Brief des Bürgermeisters an die BH nicht kennen würde. Vielleicht hat sie ihn sogar selbst geschrieben. Aber letztendlich der wahre Schurke in diesem Trauerspiel ist unser "hochgeschätzter" sozialdemokratischer Bürgermeister Dr. Peter Schlögl alias "Quimby". Jetzt kann ich aber nur mehr müde lächeln, über seinen Spitznamen.

Übrigens: Rückruf hat es keinen gegeben.

Anruf von Mag. Mag Neumüller von der BH Linz - Land. Bezüglich des islamischen Opferfestes hat er nun doch Bedenken bekommen und er wird den Termin verschieben. Danke!

13. Februar 2001

Anruf von Mag. Neumüller: Abbruchtermin nun endgültig am 7. März 2001.

Ohne Wenn und Aber!

14. Februar 2001

Brief von der BH an mich: Abbruchtermin endgültig am 7. März 2001.

Ohne Wenn und Aber!

15. Februar 2001

Im Rundfunk und in div. Zeitungen wird berichtet.

Anruf von einem Geschäftsmann. Er bietet ein größeres Objekt als neuen Standort für die Moschee in Traun an. Es wäre geeignet und ich werde es Projekt F. nennen.

17. Februar 2001 (1)

Briefe an die Botschaften von Saudi-Arabien, Libyen, Iran, Kuwait und Emirate mit der Bitte um einen Gesprächstermin.

17. Februar 2001 (2)

Nicht schon wieder! Samstag ca. 19.00 Uhr: Überfallsartige Überprüfung durch ein Großaufgebot von Gendarmeriebeamten in Zivil (man kennt sich ja) und einer mir ebenfalls schon bekannten Frau Doktor von der Bezirkshauptmannschaft Linz - Land. Sie fällt besonders durch ihren harschen Ton auf. Ergebnis der Überprüfung: 0 (null)!

17. Februar 2001 (3)

Projekt F. ist teuer.

Der Besitzer hat Beziehungen zur Libyschen Botschaft. Na wenn das kein Glücksfall (Gottesgeschenk) ist! Und fast augenblicklich bekomme ich einen Termin in der Botschaft in Wien am 26. Februar 2001. Das wird spannend!

21. Februar 2001

Verärgerter Anruf von Mag. Neumüller (BH Linz-Land). Wegen der Presseberichte und einer Anfrage aus dem Büro des Landeshauptmannes bezüglich des Abbruchtermins während des islamischen Opferfestes überlegt er eine Terminverschiebung für den Abbruch. Soll er ruhig!

Zwei Bordelle werden in Traun hochoffiziell genehmigt, nachdem sie jahrzehntelang (!) ohne Bewilligung "gearbeitet" hatten. Das ist natürlich Munition, welche verschossen gehört.

Bordelle: JA !!! Moschee: NEIN !!!

Rundschreiben an die Medien, ORF und die EU-Beobachtungstelle. Auch an den Hrn. Bundespräsidenten schreibe ich.

Doch in der Moschee wird der Protestgedanken immer schwächer und schwächer. Resignation macht sich breit.

26. Februar 2001

1. Besuch in der Libyschen Botschaft. Gespräch mit dem 1. Sekretär und einer arabischen Beamtin, welche gleichzeitig als Dolmetscherin fungiert. Beide sind wirklich interessiert und sehr freundlich. Vorrangig geht es um eine Intervention für eine Verschiebung des Abbruchtermins. Zweitrangig aber doch fast genauso wichtig: Eine finanzielle Unterstützung. Weiters lege ich Pläne für ein islamisches Zentrum vor. Projekt F. und ein noch größeres Projekt. Zustands -u. Bedarfsanalysen habe ich vorbereitet und ebenfalls eine aktuallisierte Chronik der Moschee. Alles wird übergeben.

Der Sekretär will sich mit anderen islamischen Botschaftern zusammen schließen und verspricht sein Möglichstes zu tun. Das ist doch sicher schon eine ganze Menge.

2. Besuch bei der EU-Beobachtungsstelle in Wien.

Durch Sicherheitsschleusen von beachtlichem Ausmaß komme ich zu einem Mitarbeiter. Der verbindet mich mit einer Dame (nennen wir sie so) und die erklärt mir, dass sie sowieso nichts für mich tun könne. Man sammle hier nur Berichte über Menschenrechtsverstöße und bündle sie dann zu einem Jahresbericht. Da ich mich schon brieflich an diese Stelle gewandt hätte, würde mein Bericht sicher schon bekannt sein und ein persönliches Gespräch wäre nicht sinnvoll. Also gehe ich wieder. Durch Sicherheitsschleusen von beachtlichem Ausmaß. Fragen Sie mich nicht, was ich dabei gedacht habe.

28. Februar 2001

1. Die Presse berichtet über meinen Besuch in der Libyschen Botschaft und gleichzeitig über einen schon erfolgten Rückzieher der Saudi-Arabischen Botschaft. Das sei eine innerösterreichische Angelegenheit, meint man dort. Ich bin aber der bescheidenen Meinung, dass dies vor allem eine islamische Angelegenheit wäre. Das mit unserer Moschee. Und diese Meinung faxe ich auch den zuständigen Herrn.

2. Brief der BH Linz-Land trifft ein. Der Abbruchtermin wurde wegen der islamischen Feiertage auf den 14. März 2001 verschoben.

3. Ein Antwortbrief aus der Präsidentschaftskanzlei trifft ein. Der Herr BP. hat um eine Überprüfung unseres Falles im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ersucht. Ich soll dabei angehört werden, und dann soll das Ministerium dem Hrn. BP. berichten. Gut, sehr gut sogar!

4. Herr Dr. Wieshaider von der Universität Wien ruft an. Er hält nächste Woche einen Vortrag in Potsdam, in welchem u.a. auch die Trauner Moscheegeschichte erwähnt werden soll.

5. Fax an die Zeitung "Liberation" in Paris mit der Bitte um Kontaktaufnahme. Diese Zeitung engagiert sich sehr bei Menschenrechtsverletzungen und prangert auch immer wieder Missstände in Österreich an.

6. Das Trauner Stadtmagazin erscheint mit einem Leitbild für Traun. Da heißt es u.a.:

Persönliche Freiheit ist mehr als eine Frage von bestehenden Gesetzen. Die kulturelle, wirtschaftliche und natürliche Vielfalt der Stadt Traun bietet jedem ihrer Bewohner außergewöhnlich breiten Raum zur individuellen Entfaltung.

Und weiter:

In der Stadt Traun bilden Offenheit, Toleranz und Engagement die Basis des gesellschaftlichen Lebens.

Das muss ein anderes Traun sein.

Oder: Sie predigen Wasser und trinken Wein. Was bei unserem Hrn. Bürgermeister ja hinlänglich stimmen dürfte.

Oder: Sie wissen nicht mehr was sie da schreiben.

Oder: Ein armer Irrer glaubt wirklich das was er da im Namen der Weintrinker schreibt.

Oder, oder, oder........

Das unser "sehr geschätzter" Herr Bürgemeister gezählte elfmal (!) fotografisch in diesem Magazin abgebildet ist, dürfte seiner sattsam bekannten Eitelkeit entspringen. Es gilt aber natürlich auch hier die Unschuldsvermutung.

5. März 2001

Kurban Bayrami. Opferfest. Noch haben wir ein Dach über dem Kopf. Doch wie lange noch? Projekt Bahnhofstr. 43 ist gestorben, die Interventionen bezüglich des Abbruchtermins sind fraglich. Über ein neues Objekt für die Moschee in Haid kann erst in einigen Tagen verhandelt werden. Unser größter Feind ist die Zeit und die immer stärker werdende Resignation.

Die Stimmung ist dementsprechend.

Günther Ahmed Rusznak

Traun, März 2001


Chronologische Auflistung der Ereignisse: TEIL 1 (7. Juli 1997 bis 14. Juli 2000)

FPÖ-Dialog (Parteizeitung) mit Hetzartikel

Linz-Land wird Moschee-freie Zone
23.6.2000 (SOS - Menschenrechte)

FOREF Kommentar: Dialog und Integration sind keine Einbahnstraßen


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